Die Luft für DFB-Präsident Fritz Keller wird dünner. Weil Keller laut Medienberichten im Streit seinen Stellvertreter Rainer Koch mit dem berüchtigten Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hat, hagelt es Kritik. Freisler war in der Nazizeit als Präsident des Volksgerichtshofs für unzählige Unrechtsurteile verantwortlich. So führte er auch den Vorsitz in den Prozessen gegen die Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um Hans und Sophie Scholl, die er 1943 gemeinsam mit anderen zum Tode verurteilte. Freisler gehörte auch zu den führenden Nationalsozialisten, die im Januar 1942 auf der sogenannten Wannsee-Konferenz den Massenmord an den Juden beschlossen.

Die Deutsche Fußball Liga bezeichnete Kellers Vergleich als „absolut inakzeptabel“. Auch Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, kritisierte Keller scharf: „Man muss Rainer Koch weder als Person mögen noch sein sportpolitisches Agieren gutheißen“, sagte die SPD-Politikerin. „Aber eine wie auch immer geartete Gleichsetzung seiner Person mit einem Menschen, der für den Tod unzähliger Unschuldiger verantwortlich ist, ist nicht hinnehmbar und auch durch eine Entschuldigung nicht aus der Welt zu schaffen.“

Entschuldigung angenommen?

DFB-Präsident Keller lehnte einen Rücktritt wegen des Nazi-Vergleichs ab. Er habe sich mündlich und auch schriftlich sofort bei Koch entschuldigt, sagte Keller der „Bild“-Zeitung. „Manchmal fallen in Kontroversen Worte, die nicht fallen sollen und nicht fallen dürfen. Insbesondere auch im Hinblick auf die Opfer des Nationalsozialismus war der Vergleich gänzlich unangebracht. Ich bedauere dies sehr und werde meine Worte künftig weiser wählen.“ Keller dankte Koch ausdrücklich für „die Größe, die Entschuldigung anzunehmen“.

So weit ist es aber offenkundig noch gar nicht. DFB-Vizepräsident Koch bestätigte lediglich, dass er eine schriftliche Entschuldigung Kellers erhalten habe. Koch habe sie jedoch „bislang nicht angenommen, weil er…