Kathmandu, Nepal
Seit Kurzem steigt hier die Zahl der Covid-Neuinfektionen exponentiell an. In der nepalesischen Millionenstadt Kathmandu bilden sich Menschenschlangen vor den Krankenhäusern.
Bijaya Adhikari, Ehefrau eines Covid-19-Patienten
»Wir haben ihn mit einem Krankenwagen hierhergebracht, er konnte nicht mehr atmen. Aber die Ärzte haben sich noch nicht um ihn kümmern können, sie sind alle beschäftigt.«

Nachdem die Zahl der Infektionen seit dem Herbst zunächst rückläufig waren – stehen Ärzte und Krankenhauspersonal nun vor einer Herausforderung.

Dr. Sher Bahadur Pun, Oberarzt Sukraraaj Tropical & Infectious Disease Hospital
»Die Krankenhausbetten sind alle belegt. Es ist der Anfang einer zweiten Welle. Uns hat überrascht wie schnell die Menschen infiziert und krank werden – und ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen. Es ist schwer vorherzusehen, wie sich die Situation entwickelt, wenn Höchstwerte in der Pandemie erreicht werden.«

Seit Januar begannen die Fallzahlen zu steigen. Jetzt ist es vor allem die indische Mutante, die mit voller Wucht ins Nachbarland Nepal hinüberschwappt.

Neu-Delhi, Indien
In Indien steigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit dramatisch, im Vergleich zur Vorwoche gibt es 42 Prozent mehr Neuinfektionen, täglich rechnet man mit 330.000 Infizierten. (Quelle: JHU, RKI, DER SPIEGEL)

Die zweite Welle mit den weltweit höchsten Infektionszahlen hat sich hier rasant aufgebaut – und die Grenze nach Nepal ist im Prinzip offen.

Kathmandu, Nepal
Die Auswirkung auf die Infektionszahlen im Nachbarland ist deutlich: Täglich werden etwa 2500 Menschen mit Neuinfektionen gemeldet. Der prozentuelle Anstieg liegt damit bei 229 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Besonders betroffen sind die westlichen Grenzgebiete. (Quelle: JHU, RKI, DER SPIEGEL)

Dr. Sher Bahadur Pun, Oberarzt Sukraraaj Tropical & Infectious Disease Hospital
»Die Lage in der Grenzstadt Nepalganj spiegelt bereits die Situation in Indien wider. Ich nenne es »Mini-Indien«. Wenn sich die Lage…