Globale Gesellschaft

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Die Frau, die die erste Coronaimpfung Bhutans erhielt, war sorgfältig ausgewählt worden, genauso wie das Datum, an dem die Premiere stattfand.

Die Frau: Ninda Dema, 30 Jahre, geboren im Jahr des Affen.

Das Datum: 27. März 2021, ein glücksverheißendes Datum nach der buddhistischen Astrologie.

So begann Bhutan, dieses kleine buddhistische Königreich im Himalaja, auf über 2000 Meter Höhe, in dem das Glück seiner Bevölkerung offiziell als höchste Maxime der Politik gilt, Ende März seine Impfkampagne: Ausgerichtet nach den Sternen, orchestriert von buddhistischen Mönchen, die den allerersten Shot mit Gebetsgesängen begleiteten. »Ich hoffe, dass mein kleiner Schritt heute uns allen hilft, diese Krankheit beherrschbar zu machen«, sagte Ninda Dema nach dem Piks. Es sollte eine der erfolgreichsten Impfkampagnen der Welt daraus folgen.

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Ninda Dema war Bhutans erste Geimpfte Ende März. Die Premiere wurde von einer buddhistischen Zeremonie und Gesängen begleitet

Foto: WHO Bhutan

Nur eine Woche später hatten bereits 85 Prozent der erwachsenen bhutanischen Bevölkerung eine erste Coronaimpfung verabreicht bekommen. Inzwischen sind 96 Prozent der impfberechtigten Erwachsenen bereits einmal geimpft worden, knapp 4000 Bhutaner haben die Impfung laut Gesundheitsministerium abgelehnt.

Etwa 800.000 Menschen leben in Bhutan. Die Impfgeschwindigkeit: fast sechsmal so schnell wie die weltweite. Nur die Seychellen und Israel haben anteilig noch mehr Menschen geimpft.

Wie hat Bhutan das geschafft – ein armes Land, in dem einige Regionen nur zu Fuß und per Helikopter zu erreichen sind?

»Wir in Bhutan sind von dem Leid und dem Elend, das den Rest der Welt erfasste, völlig verschont…