In den Fünfsternehotels an der Wiener Ringstraße finden zurzeit die wohl schwierigsten Verhandlungen der Weltpolitik statt. Diplomaten aus den USA, Iran, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland versuchen, das Atomabkommen zu retten, das ihre Staaten 2015 in der österreichischen Hauptstadt unterzeichnet haben.

Durch den sogenannten Nukleardeal sollte Iran sein Atomprogramm auf ausschließlich zivile Zwecke beschränken und dafür mit wirtschaftlichen Erleichterungen belohnt werden. Allerdings kündigte der frühere US-Präsident Donald Trump das Abkommen 2018 einseitig auf – ein Schritt, den sein Nachfolger Joe Biden rückgängig machen will.

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Verhandlungsort Grand Hotel in Wien: Noch keine direkten Gespräche zwischen Iran und USA

Foto: Florian Schroetter / AP

Dafür stellt Biden die Bedingung, dass die iranische Seite sich wieder streng an alle Auflagen der Vereinbarung hält. Teheran wiederum verlangt von Washington, die unter Trump erlassenen Sanktionen aufzuheben. Auch wenn es bisher nicht zu direkten Gesprächen zwischen den verfeindeten Staaten gekommen ist, äußern sich einige der Beteiligten inzwischen zuversichtlich, dass es zu einem erfolgreichen Abschluss kommen kann.

Verhandlungsführer Russlands ist der erfahrene Diplomat Michail Uljanow. Hier spricht er über die in Wien erzielten Fortschritte und das strategische Interesse Moskaus an dem Abkommen. Offiziell trägt es den Namen »Gemeinsamer umfassender Aktionsplan«, auf Englisch »Joint Comprehensive Plan of Action« (JCPOA).

»Es gibt keine vernünftige Alternative zu einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen.«

SPIEGEL: Botschafter Uljanow, wie optimistisch sind Sie, dass die Wiener Gespräche zur vollen Wiederherstellung des sogenannten Nukleardeals mit Iran führen?

Uljanow: Ich bin vorsichtig optimistisch, kann hier aber nur meine persönliche Meinung äußern. Es gibt keine vernünftige Alternative zu einem erfolgreichen…