Steigende Mieten, hohe Handwerker-Rechnungen, horrende Gewinnspannen bei Techkonzernen: Viele Verbraucher haben das Gefühl, dass sie auf einer Reihe von Märkten regelrecht ausgenommen werden; und sie liegen richtig damit, wie eine Untersuchung des Mannheimer Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung belegt.

Danach sind die Preisaufschläge, die viele Unternehmen für ihre Produkte und Leistungen durchsetzen können, in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Im Jahr 2002 lagen die Preise um etwa 15 Prozent über den Kosten, so geht aus der Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) hervor. 14 Jahre später waren es im Schnitt knapp 28 Prozent. »Die Dominanz einzelner Unternehmen nimmt in vielen Märkten zu, und die Leidtragenden sind die Verbraucherinnen und Verbraucher«, sagt der zuständige BMJV-Staatssekretär Christian Kastrop.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Digitalprodukten und IT-Dienstleistungen, wo globale Großkonzerne wie Google oder Microsoft die Märkte beherrschen. In diesen Branchen haben sich die Gewinnspannen im Untersuchungszeitraum mehr als verdreifacht, während sie im Einzelhandel und in der Versorgungswirtschaft nur geringfügig zugelegt haben. Im verarbeitenden Gewerbe sind sie immerhin doppelt so schnell gestiegen wie im Rest der Wirtschaft. Von einem »sichtbaren Zeichen« für »größere Marktmacht« und »geringeren Wettbewerbsdruck« ist in der Studie die Rede.

Die Preissteigerungen belasten besonders Niedrigverdiener

Mitunter steigen die Preisaufschläge und Gewinne auch dort, wo eine steigende Nachfrage auf ein begrenztes Angebot stößt, wie in der Bau- und Wohnungswirtschaft. Hier sind die Preisaufschläge fast um 20 Prozent angestiegen.

Hinzu kommt, dass die Preissteigerungen Niedrigverdiener deutlich stärker belasten als Haushalte aus der Mittel- und Oberschicht. Dies weise darauf hin, so die Untersuchung, dass »der Anstieg von Marktmacht und…