Agrarchemiekonzern
Aktionäre gehen mit Bayer hart ins Gericht

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann spricht auf der virtuellen Hauptversammlung des Unternehmens in Leverkusen. Foto: Bayer AG/dpa

© dpa-infocom GmbH

Die Führung des Agrarchemie- und Pharmakonzerns muss sich auf der Online-Hauptversammlung harsche Kritik gefallen lassen. Bayer-Chef Baumann gelobt Besserung.

Fast drei Jahre sind seit dem ersten Urteil im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Düngemittel vergangen – abgehakt ist das Thema für Bayer noch immer nicht.

Wegen Milliarden-Rückstellungen für die Streitigkeiten und hoher Abschreibungen im Agrargeschäft fiel 2020 ein Verlust von mehr als zehn Milliarden Euro an. Mit einem Minus von rund einem Drittel war die Bayer-Aktie 2020 Schlusslicht im deutschen Leitindex Dax. Entsprechend harsch fiel die Kritik der Aktionäre des Agrarchemie- und Pharmakonzerns auf der Online-Hauptversammlung am Dienstag aus.

Bayer-Chef Werner Baumann versprach Besserung. Angesichts des teuren Glyphosat-Erbes, das Baumann sich 2018 mit der Übernahme des US-Saatgut-Konzerns Monsanto ins Haus geholt hatte, haben er und Bayer viel Vertrauen bei den Anlegern verspielt. «Bayer muss die Klagerisiken und Altlasten von Monsanto abschließend in den Griff bekommen», sagte der Experte der kreditgenossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment, Janne Werning.

Grundsätzlich begrüßte Werning die im vergangenen Jahr erzielte Teileinigung, in deren Zuge bereits Vergleiche mit Zehntausenden Klägern geschlossen wurden. Er betonte aber auch, dass nun für den nach wie vor offenen Umgang mit künftigen Klagen eine Lösung gefunden werden müsse.

Richtungsweisend werden vor diesem Hintergrund die kommenden Wochen: Am 19. Mai steht eine Anhörung vor dem zuständigen Bundesrichter Vince Chhabria auf der…