Die Besatzung der „Ocean Viking“ der Hilfsorganisation SOS Méditerranée hat vor Libyen 236 Bootsmigranten aus dem Mittelmeer gerettet. Man habe die Menschen aus zwei überbesetzten Schlauchbooten in internationalen Gewässern an Bord genommen, berichteten die Betreiber des Schiffs via Twitter.

Sie befanden sich zu dem Zeitpunkt etwa 50 Kilometer vor der Westküste Libyens. Einige der Flüchtlinge, die aus 15 verschiedenen Ländern stammen sollen, waren nach Angaben der Helfer schwach und dehydriert.

Nur noch Tote im Wasser entdeckt

Erst in der vergangenen Woche hatte die „Ocean Viking“ nach einem Notruf stundenlang nach einem Boot in Seenot gesucht, aber nordöstlich der libyschen Hauptstadt Tripolis nur noch Ertrunkene entdeckt. Etwa 130 Menschen sollen bei der gefährlichen Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen sein. Weder die libysche Küstenwache noch die italienischen oder maltesischen Behörden oder die EU-Grenzschutzagentur Frontex hätten die Crew unterstützt, kritisierte SOS Méditerranée. Auch die Vereinten Nationen und der Papst beklagten die Tatenlosigkeit der Behörden.

„Ocean Viking“ (Archivbild)

Nach Erhebungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Jahresbeginn bei dem Versuch, Europa über das Mittelmeer zu erreichen, 453 Menschen ums Leben gekommen. Im entsprechenden Zeitraum 2020 waren es 278 Menschen gewesen.

se/bru (epd, dpa, afp)