Friedensforschungsinstitut Sipri
Weltweite Militärausgaben trotz Coronakrise weiter gestiegen

Bei einer Vorführung der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) fährt ein Kampfpanzer Leopard 2 auf einem Übungsfeld

© Christophe Gateau / DPA

Die Coronavirus-Pandemie hat die weltweite Wirtschaftsleistung 2020 stark sinken lassen. Die Ausgaben für die Verteidigung nehmen jedoch weiter zu – vor allem in Deutschland.

Trotz globaler Coronakrise und dem damit verbundenen Wirtschaftseinbruch haben die Länder der Erde im abgelaufenen Jahr erneut mehr Geld in ihre Militärapparate gesteckt. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag mitteilte, stiegen die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2020 inflationsbereinigt um 2,6 Prozent auf schätzungsweise 1,981 Billionen Dollar (rund 1,65 Billionen Euro). Das sei ein Höchststand seit Beginn vergleichbarer Schätzungen im Jahr 1988. Deutschland legte dabei prozentual so stark zu wie kein anderer Top-10-Staat.

„Wir können mit einiger Sicherheit sagen, dass die Pandemie keinen signifikanten Einfluss auf die globalen Militärausgaben 2020 hatte“, erklärte Sipri-Forscher Diego Lopes da Silva. Nun müsse sich zeigen, ob die Länder dieses Ausgabenniveau auch im zweiten Pandemiejahr aufrechterhalten würden. Seine Sipri-Kollegin Alexandra Marksteiner sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist 2021, wir sind also nur ein Jahr vom Beginn der Pandemie entfernt. Es könnte eine Verzögerung geben, von der wir einfach noch nichts wissen.“

Zudem wies Sipri darauf hin, dass die jährlich veröffentlichten Schätzungen diesmal coronabedingt mit einer größeren Unsicherheit behaftet seien als sonst. Den gesamten Einfluss der Pandemie werde man abschließend erst in einigen Jahren sehen. 

Spitzenreiter sind die USA

Im Vorjahr hatten die Friedensforscher wegen der Coronakrise damit gerechnet,…