Infolge der weltweiten Knappheit von Mikrochips muss auch der Volkswagen-Standort in der Slowakei seine Produktion einschränken. Ab Donnerstag unterbricht Volkswagen Slovakia im Werk Bratislava die Herstellung seiner SUV-Modelle. Die Bänder sollen bis zum 7. Mai stillstehen.

Die Kleinwagenproduktion läuft hingegen weiter, wie Firmensprecherin Lucia Kovarovic Makayova am Montag mitteilte. Schon vor einer Woche hatte sie bestätigt, dass Produktionseinschränkungen kaum zu vermeiden seien. Damals konnte sie aber noch keine Details zu Terminen und betroffenen Modellen nennen.

Der Standort Bratislava nimmt innerhalb des Volkswagen-Konzerns eine Schlüsselposition ein, weil dort Autos von fünf Marken zugleich hergestellt werden und das Werk bei Bedarf in der Lage ist, auch die Produktion anderer internationaler Standorte zu übernehmen.

Auch Daimler und Audi betroffen

Derzeit bauen die rund 12.000 Mitarbeiter von Volkswagen Slovakia in der Hauptstadt Bratislava und zwei kleineren Standorten unter anderem den VW Touareg und Porsche Cayenne sowie Audi Q7 und Q8 zusammen, sowie auch die Modelle Volkswagen Up, Seat Mii und Skoda Citigo.

Die Chipknappheit entwickelt sich immer mehr zu einer Belastung für die Industrie – und könnte die wirtschaftliche Erholung in Europa weiter verzögern. In der vergangenen Woche hatten bereits die Autohersteller Audi und Daimler wegen des Phänomens ihre Produktion drosseln müssen. Audi schränkte die Fertigung im Werk Neckarsulm ein, die Bänder in der Fertigung der Modelle A6 und A7 sollen zunächst bis zum 30. April stillstehen.

Auch Daimler hat angekündigt, in nächster Zeit womöglich mehr Mitarbeiter als bisher bekannt in die Kurzarbeit zu schicken. In den kommenden Wochen könne es wegen der Chipkrise »hier und dort« zu Produktionsstopps und Kurzarbeit kommen.

Die Knappheit hat mehrere Gründe. Zum einen hat die Pandemie die Nachfrage nach Elektronikartikeln erhöht. Zum anderen fielen wichtige Fertigungskapazitäten aus, etwa durch den…