Den letzten Versuch der CDU, mehr Profil beim Umwelt- und Klimaschutz zu entwickeln, unternahm Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Im vergangenen Herbst startete er mit einer Klimacharta den Vorstoß für einen parteiübergreifenden Konsens, um die Erderwärmung zu stoppen. Die Initiative des Christdemokraten fiel der zweiten und dritten Coronawelle zum Opfer.

Stattdessen gaben sich die SPD und deren Kanzlerkandidat Olaf Scholz ein grünes Klimaprogramm. Und in dieser Woche dann schossen die Grünen mit ihrer Bewerberin für das Kanzleramt, Annalena Baerbock, in den Umfragen hoch. Doch nun steuert der wohl einflussreichste Klimapolitiker der Union, Andreas Jung, dagegen.

Der Fraktionsvize aus Baden-Württemberg fordert nach SPIEGEL-Informationen, die Klimaschutzziele Deutschlands bis 2030 anzuheben. Gleichzeitig sollen die Strompreise spürbar abgesenkt werden, indem der Preis auf CO2-Emissionen verteuert wird. „Um die neuen EU-Ziele zu erreichen, müssen auch wir nochmals deutlich zulegen“, schreibt der Haushaltsexperte in einer Stellungnahme, die dem SPIEGEL vorliegt. „Dabei kommen wir am Emissionshandel als unserem Leitinstrument für marktwirtschaftlichen Klimaschutz überhaupt nicht vorbei.“

CO2-Bepreisung an Stromkunden zurückgeben

Im Herbst 2019 hatte die Bundesregierung sich in ihrem Klimaschutzprogramm, das eine Reaktion auf die Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung war, auf eine Bepreisung von Treibhausgasemissionen geeinigt. Seit diesem Jahr kostet der Ausstoß von einer Tonne CO2 im Verkehr und in der Gebäudewärme 25 Euro, was zu einem um rund sieben Cent höheren Preis für Benzin an den Tankstellen geführt hat. Bis 2030 soll der CO2-Preis schrittweise angehoben werden. CDU-Bundestagsabgeordneter Jung schlägt nun vor, die jährlichen Schritte zur Anhebung der CO2-Preise in Deutschland „größer“ zu machen.

Die Einnahmen aus dem CO2-Preis sollen aber nicht im Haushalt verschwinden, so der Haushaltsexperte der Union. „Das muss dann in vollem Umfang…