Die weltweiten Ausgaben für Militär sind 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Das geht aus der jährlichen Erhebung des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri hervor. Demnach investierten 2020 Staaten weltweit insgesamt 1981 Milliarden US-Dollar ins Militär. Das bedeutet einen Höchststand seit Beginn der Sipri-Erhebungen im Jahr 1988. 2019 hatten die globalen Militärausgaben bei 1,917 Billionen Dollar gelegen.

»Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Pandemie keinen signifikanten Einfluss auf die globalen Militärausgaben im Jahr 2020 hatte«, sagt Sipri-Forscher Diego Lopes da Silva. Das zeigt sich etwa beim Anteil der Militärausgaben am globalen Bruttoinlandsprodukt. Dieser ist um 0,2 Prozentpunkte gewachsen und beträgt nun 2,4 Prozent.

»Die USA haben vor allem in die Modernisierung des Atomarsenals investiert«

Sipri-Expertin Alexandra Marksteiner

Mit 778 Milliarden Dollar und einem Plus von 4,4 Prozent zum Vorjahr bleiben die USA mit Abstand das Land mit den höchsten Militärausgaben – sie allein sind für rund 39 Prozent der globalen Verteidigungsausgaben verantwortlich. Das ist fast so viel wie die Wehretats der nächsten zwölf Länder der Rangliste zusammen.

»Die USA haben vor allem in die Modernisierung des Atomarsenals investiert, aber auch im großen Stil konventionelle Waffen, Schiffe und Kampfflugzeuge gekauft«, sagt Alexandra Marksteiner vom Sipri-Insititut. Das liege zum einen an der Verteidigungspolitik des ehemaligen Präsidenten Donald Trump, aber auch an den »wahrgenommenen Bedrohungen durch China und Russland«. Während die US-Militärausgaben zwischen 2010 und 2017 sanken, stiegen sie nun das dritte Jahr in Folge.

Peking will den Rückstand aufholen

China versucht, den Rückstand zu reduzieren. Seit 26 Jahren wächst der chinesische Wehretat ununterbrochen. Mit 252 Milliarden war China für 13 Prozent der weltweiten Militärausgaben verantwortlich. »Peking führt seit Jahren sehr teure…