Die Tageszeitung »Blick« hat sich die Vermögensverteilung in der Schweiz genauer angesehen – und hat in Schwyz und Zug eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Der zwischen den Landesteilen der Schweiz ausgetragene Steuerwettbewerb hat zu einer bemerkenswerten Millionärs-Dichte in den beiden Kantonen geführt (hier geht’s zum Bericht).

So kommen in Zug inzwischen auf 1000 Steuerpflichtige 132 Vermögensmillionäre. Mit anderen Worten: Jeder achte Einwohner ist Millionär. Ähnlich verhält es sich mit Schwyz: Dort kommen 125 Millionäre auf 1000 Steuerpflichtige. Zur Einordnung: Landesweit liegt der Schnitt in der Schweiz bei 62 Millionären pro 1000.

Der Aufstieg der alten Armenhäuser

Die Unterschiede in der Besteuerung können erheblich sein. Ein Topmanager mit fünf Millionen Franken Jahresgehalt und 50 Millionen Franken Vermögen müsste laut »Blick« in Bern rund zwei Millionen an Steuern zahlen. Verlagert er hingegen seinen Wohnsitz nach Zug, wird nur noch etwas mehr als die Hälfte fällig.

Bemerkenswert ist diese Statistik auch deshalb, weil Schwyz und Zug vor Jahrzehnten noch im Ruf standen, zu den Armenhäusern der Schweiz zu gehören. Beide Kantonen ist es allerdings gelungen, mit geringen Steuern Unternehmen und vermögende Bürger anzulocken. Inzwischen zählen beide Regionen zu den wohlhabendsten des Landes.

Die beiden Kantone zeigten, dass der Steuerwettbewerb innerhalb der Schweiz gut funktioniere, so Christoph A. Schaltegger, Professor für politische Ökonomie an der Universität Luzern. Er gebe »abgelegenen und strukturschwachen Regionen die Möglichkeit, sich gegen attraktive Ballungszentren zu behaupten«, sagte Schaltegger dem »Blick«.

Als Beispiel führt er das Zürich an. Die Stadt habe viel an Lebensqualität zu bieten. Wenn hier auch noch die Steuern am tiefsten wären, würde kaum mehr jemand in der Zentralschweiz wohnen wollen. »Die Kluft zwischen Stadt und Land würde größer, die Peripherie abgehängt.«