Heute geht es um die vielen Was-wäre-wenn-Momente der Coronakrise, das Bund-Länder-Treffen (ja, gibt’s noch!) zum Impfen, die schrecklich nette Christenunion sowie eine schlagfertige Notärztin. Und, no worries, die Oscars sind auch am Start.

Was wäre, wenn …

Wenn Sie ein Menschenleben retten könnten, würden Sie das tun? Wenn Sie Dutzende, Hunderte, wenn Sie vielleicht Tausende Menschenleben retten könnten, würden Sie es tun?

Würden Sie, natürlich. Ohne lange nachzudenken.

Als Gemeinschaft aber handeln wir anders. Seit vielen Wochen stellt sich uns ja Tag für Tag diese Frage: Retten? Wir denken nach. Wir warten ab. Die Intensivstationen laufen voll, Menschen sterben oder werden invalide oder verlieren ihre Existenz.

Seit dem vergangenen Wochenende ist die sogenannte Bundes-Notbremse in Kraft, die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes. Die Hoffnung ist, dass sie den weiteren Anstieg der Infektionszahlen stoppt. Dass sie vielleicht sogar einen Trend in die entgegengesetzte Richtung startet.

Bild vergrößern

Polizei überwacht am vergangenen Wochenende die nächtliche Ausgangssperre am Berliner Alexanderplatz

Foto: CLEMENS BILAN / EPA

Noch ein Gedankenexperiment: Wenn Sie die Notbremse in einem Zug zögen, was würden Sie erwarten? Dass der Zug zwar nicht weiter beschleunigt, aber dennoch weiterrollt? Oder ein Quietschen und Kreischen von Metall auf Metall bis zum abrupten Stillstand?

Sie würden von Quietschen und Kreischen ausgehen, richtig? Deshalb heißt das Ding ja: Notbremse – und der Missbrauch ist strafbar.

Aber als Gemeinschaft wiederum verstehen wir unter einer Notbremse gegenwärtig etwas anderes: Wir tanzen um Hochinzidenzen wie 100 (Ausgangsbeschränkungen), 150 (»Click and Meet«) oder 165 (Schulen dicht) herum. Unser Augenmerk gilt Angebot und Nachfrage an intensivmedizinischen Kapazitäten, nicht der Erhaltung der Gesundheit möglichst vieler Menschen.

Wir haben ein Jahr lang die Alten mehr schlecht als recht schützen wollen, jetzt…