Dass es Gewinner geben würde durch die zeitweilige Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020, daran hat niemand gezweifelt. Die Frage war allerdings: Wer würde am meisten davon haben? Als die Maßnahme verabschiedet wurde, gab es teils heftige Kritik: In Wahrheit handele es sich um einen »Porsche-Rabatt«, behauptete der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch – weil die Ermäßigung in absoluten Eurobeträgen bei sehr teuren Luxusprodukten wie Sportwagen besonders hoch ausfalle.

Die FDP wiederum mahnte, die Steuersenkung werde bei den Verbrauchern gar nicht ankommen, weil viele Läden sich schlicht nicht die Mühe machen würden, alle Preise für einige Monate neu auszuzeichnen.

Preise sanken im Schnitt 2,5 Prozent

Die Bundesregierung sieht sich nun allerdings durch die Ergebnisse einer neuen Studie bestätigt, über die die »Süddeutsche Zeitung« berichtet (hier geht es zum Bericht). Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Senkung der Mehrwertsteuer tatsächlich zu Preisveränderungen auf breiter Front geführt hat. Im Schnitt betrug der Rückgang 2,5 Prozent, so das Ergebnis der Forscherinnen des Mannheimer-Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Die Studie basiert auf einem Vergleich der Preisentwicklung zu den Niederlanden, in der es keine entsprechende Steuersenkung gab. Verbraucher in den Niederlanden haben ein ähnliches Konsumverhalten wie in Deutschland. Die Erhebung erfolgte im Auftrag des Bundesjustizministeriums. Ministerin Christine Lambrecht (SPD) kommentierte das Ergebnis mit Genugtuung. Die Studie belege »für nahezu alle relevanten Produkte: Die Mehrwertsteuersenkung hat Verbraucherinnen und Verbraucher in einer sehr schwierigen Zeit finanziell entlastet. Preise für Produkte des täglichen Bedarfs im Supermarkt und auch Preise für größere Anschaffungen wie Waschmaschinen oder Computer sind für den Zeitraum der Mehrwertsteuersenkung nachweisbar gesunken. Und zwar im Laden um die Ecke und im Onlineshop…