Die Corona-Pandemie hat laut Zahlen der Barmer-Krankenkasse das Ungleichgewicht bei der Kinderbetreuung in vielen Familien deutlich verstärkt. Dort versicherte Frauen haben demnach bislang in den ersten drei Monaten dieses Jahres 37.158 Mal das pandemiebedingte Kinderkrankengeld erhalten. Bei Männern war dies 17.267 Mal der Fall und somit nicht einmal halb so oft.

»Unsere aktuelle Auswertung zeigt, dass Frauen die Hauptlast in der Versorgung der Kinder tragen«, sagte Barmer-Vorstandsvorsitzender Christoph Straub. »Sie bleiben vornehmlich zu Hause, um Schul- und Kitakind zu betreuen.« So hätten die Mütter an 103.299 Tagen und die Väter an 45.464 Tagen das neue Kinderkrankengeld bei pandemiebedingter Betreuung der Kinder im ersten Quartal in Anspruch genommen.

Grundlage für diese Einschätzung sind Daten von Barmer-Versicherten zum Kinderkrankengeld. Es wurde in den ersten drei Monaten dieses Jahres wegen der Corona-Pandemie nach Angaben der Barmer deutlich mehr ausgezahlt als in den Vorjahren. Während Versicherte der Krankenkasse im ersten Quartal der Jahre 2019 und 2020 jeweils rund 259.000 Kinderkrankengeldtage beanspruchten, waren es in diesem Jahr insgesamt 355.000 Tage.

Bund erhöht Bezugsdauer

Die meisten bewilligten Anträge zum pandemiebedingten Kinderkrankengeld kommen laut Barmer aus Nordrhein-Westfalen (16.772), Bayern (8.150) und Niedersachsen (4.932). Schlusslichter seien Mecklenburg-Vorpommern (920), das Saarland (530) und Bremen (188).

Das Kinderkrankengeld soll berufstätigen Eltern ermöglichen, Lohnausfälle durch die Betreuung eines kranken Kinds auszugleichen. Sie erhalten die Erstattung während der Pandemie aber auch dann, wenn das Kind nicht krank ist, sondern sie es wegen geschlossener Schulen und Kitas zu Hause betreuen müssen. Das ausgezahlte Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Zuletzt hat die Bundesregierung zusammen mit Verabschiedung der Bundesnotbremse auch den Rechtsanspruch auf Kinderkrankentagegeld ausgeweitet….