Deutschland hat wenig Glück mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J). Nach der verzögerten Auslieferung der ersten Charge von gut 250.000 Dosen wird der Pharmakonzern nach SPIEGEL-Informationen die für diese Woche vorgesehene zweite Charge kürzen.

»Die zweite Lieferung wird nicht den ursprünglich prognostizierten Umfang haben«, schreibt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) von Jens Spahn (CDU) in der Antwort auf eine SPIEGEL-Anfrage. Laut einer Aufstellung des BMG, die dem SPIEGEL vorliegt, sollten in diesen Tagen eigentlich 444.000 Dosen eintreffen.

Wie viele es nun tatsächlich werden, kann oder will das Ministerium nicht sagen. Man stehe in engem Kontakt mit dem Hersteller und könne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben machen, heißt es. Der Hersteller selbst hat bislang nicht auf eine Anfrage des SPIEGEL reagiert.

In den USA ist reichlich J&J-Impfstoff da

Die Lieferkürzung ist ein neuer Rückschlag für Deutschlands Impfkampagne – zumal nach SPIEGEL-Berechnungen auch AstraZeneca in den vergangenen Wochen Hunderttausende Dosen weniger geliefert hat als versprochen.

Und sie wirft abermals die Frage auf: Bevorzugt der US-Konzern Johnson & Johnson die USA gegenüber der EU?

Schließlich mangelt es den Vereinigten Staaten nicht an J&J-Impfstoff. Laut CNN stehen dort mehr als neun Millionen Dosen bereit, mit denen die Impfkampagne wiederaufgenommen werden soll, nachdem sie zwischenzeitlich wegen seltener Fälle von Sinusvenenthrombosen gestoppt worden war.

Und das, obwohl 15 Millionen Dosen wegen einer Kontamination in einem Werk in Baltimore vernichtet werden mussten und diese Fabrik wegen Hygiene- und Sicherheitsmängeln bis auf Weiteres geschlossen wurde.

Impfstoffsubstanz wird in der EU hergestellt

Fast acht Millionen Mal ist der Impfstoff von Johnson & Johnson seit Anfang März in den USA gespritzt worden. In der EU hingegen wurde die erste Charge erst vergangene Woche ausgeliefert – und nun die zweite Lieferung gekürzt.

Dabei wird auch…