Großbritanniens Wirtschaft hat schon bessere Zeiten erlebt: Erst bremste die Hängepartie um den Brexit jahrelang die Entwicklung. Dann kam die Pandemie, von der Großbritannien zeitweise besonders stark getroffen wurde.

Doch es gibt offenbar Licht am Ende des Tunnels. So haben die Konjunkturforscher des EY Item Club ihre Januar-Prognose für das laufende Jahr erheblich angehoben: von bislang fünf Prozent auf 6,8 Prozent. Laut der Zeitung »The Guardian« wäre das Großbritanniens stärkstes Wirtschaftswachstum seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Gründe für den Aufschwung sind vielfältig: Zum einen fällt der Aufschwung auch deshalb besonders stark aus, weil 2020 die britische Wirtschaft sehr tief abgestürzt war. Laut Angaben der Statistikbehörde ONS schrumpfte sie zwischen Januar und Dezember um 9,9 Prozent, das war die schwerste Rezession seit Beginn der Aufzeichnungen.

Arbeitslosigkeit bleibt geringer

Hinzu kommt zum anderen die hohe Geschwindigkeit des britischen Impfprogramms: Rund 50 Prozent der britischen Bürger haben bereits mindestens eine Impfdosis erhalten. Zuletzt wurden pro Tag nur 2000 Neuinfektionen registriert, auch die Zahl der Todesfälle liegt im niedrigen zweistelligen Bereich. Zudem habe sich die britische Wirtschaft insgesamt als »robuster als gedacht erwiesen«, heißt es in der Prognose.

Laut Item Club zeichne sich ab, dass die Volkswirtschaft deutlich geringere langfristige Schäden von der Pandemie davontrage als zunächst befürchtet. So werde die Arbeitslosigkeit wohl doch nicht auf die zunächst erwarteten acht bis neun Prozent schnellen – sondern bereits bei einem Wert von 5,8 Prozent ihr Maximum erreichen. Dies sei »enorm wichtig«, weil es darauf hindeute, dass auch Kenntnisse und Qualifikationen vieler Beschäftigter erhalten blieben.

Die Aussichten für 2022 sind demnach ebenfalls gut. Laut der Prognose könnte die britische Wirtschaft im kommenden Jahr um fünf Prozent wachsen.