Nach Zusammenstößen zwischen Polizei und Palästinensern in Jerusalem spitzt sich die Situation im Gazastreifen zu. Nun haben die israelischen Behörden auf die anhaltenden Raketenangriffe aus dem Palästinensergebiet reagiert und die Fischereizone vor dem Gazastreifen geschlossen. Die Maßnahme gelte bis auf Weiteres, teilte die zuständige Behörde Cogat mit.

Angaben der israelischen Armee zufolge wurden in der Nacht insgesamt fünf Raketen abgefeuert. Die Erste explodierte demnach im Gazastreifen. Nach diesem Vorfall verkündete Cogat zunächst eine Reduzierung der Fischereizone.

Wenig später feuerten militante Palästinenser jedoch vier weitere Raketen ab. In der Stadt Sderot heulten Warnsirenen. Zwei der Geschosse wurden den Angaben zufolge vom Abwehrsystem »Eisenkuppel« abgefangen, eine dritte landete im Gazastreifen. Medienberichten zufolge ging die vierte in offenem Gelände nieder. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht. Am Morgen kündigte Cogar dann die komplette Schließung der Fischerizone an.

Seit Freitagabend wurden insgesamt rund 40 Geschosse aus dem Palästinensergebiet auf Israel abgefeuert. Die Angriffe folgten auf heftige Konfrontationen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei in Jerusalem in der vergangenen Woche.

Videos heizen die Spannungen an

In den vergangenen Tagen waren die Spannungen zwischen muslimischen Palästinensern und jüdischen Israelis durch eine Reihe von Videos angeheizt worden. Sie zeigten, wie junge Araber ultraorthodoxe Juden angreifen und wie jüdische Extremisten nachts Araber auf der Straße schikanieren.

Am Donnerstagabend organisierte die rechtsextremistisch-jüdische Lehava-Organisation einen Aufmarsch in Jerusalem. Bei Auseinandersetzungen zwischen Levaha-Anhängern und aufgebrachten Palästinensern wurden am Donnerstag nach Angaben der palästinensische Hilfsorganisation Roter Halbmond mindestens 105 Menschen verletzt. Hinzu kamen nach Angaben der Behörden 20 verletzte Polizisten. Damit…