Knapp ein Jahr nach dem Tod der Afroamerikanerin Breonna Taylor bei einem Polizeieinsatz in ihrer Wohnung hat das US-Justizministerium eine Untersuchung der zuständigen Polizeibehörde angekündigt. Justizminister Merrick Garland sagte am Montag in Washington, dass untersucht werde, ob die Praktiken der Polizei in Louisville verfassungswidrig seien.

Konkret gehe es unter anderem darum, ob die Polizei unverhältnismäßige Gewalt anwende, rechtswidrig Hausdurchsuchungen ausführe oder Minderheiten diskriminiere. Garland hatte in der vergangenen Woche bereits eine Untersuchung der Polizei in Minneapolis angekündigt. Dort wurde der Afroamerikaner George Floyd vor knapp einem Jahr getötet.

Breonna Taylor war im März vergangenen Jahres in Louisville in ihrer eigenen Wohnung von der Polizei erschossen worden. Der Name der 26-jährigen schwarzen Rettungsassistentin wurde ähnlich wie der von George Floyd zu einem Symbol der Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Den Ermittlungen zufolge drangen mit einem Durchsuchungsbeschluss ausgestattete Polizisten nachts in Taylors Wohnung ein, als sie auf ihr Klopfen keine Antwort erhielten. In der Wohnung soll Taylors Freund als Erster geschossen und einen der Beamten am Bein verletzt haben. Der Freund gab später an, dass er die Polizisten für Einbrecher hielt. Die Beamten erwiderten das Feuer und trafen die unbewaffnete Breonna Taylor nach offiziellen Angaben mindestens fünfmal. Medienberichten zufolge suchten sie Taylors Ex-Freund, der nicht anwesend war.

Einsatz sorgte für Empörung und Proteste

Gegen keinen der drei an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurde Anklage erhoben. Einer der Polizisten muss sich zwar vor Gericht verantworten – aber deswegen, weil er andere Bewohner in dem Mehrfamilienhaus mit seinen Schüssen gefährdet haben soll. Die Ermittler kamen nach Angaben des Justizministeriums von Kentucky zu dem Schluss, dass die beiden anderen Polizisten sich selbst verteidigt hätten.

Die Stadt Louisville hatte sich im…