Die Grünen demonstrierten Geschlossenheit und präsentierten perfekt inszeniert Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin. CDU und CSU verloren sich im Schwesternstreit und einigten sich erst nach erbittertem Machtkampf auf Armin Laschet (CDU) als Spitzenmann – eine Wahl, mit der große Teile der Unionsbasis nicht einverstanden sind.

Die Umstände der Kandidatenkür spiegeln sich in der aktuellen Auswertung der SPIEGEL-Sonntagsfrage wider. In der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey verliert die Union deutlich und rutscht auf 24 Prozent ab – das sind 6 Prozentpunkte weniger im Vergleich zum Wert eine Woche zuvor.

Bündnis 90/Die Grünen ziehen mit einem bemerkenswerten Plus von 5 Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche an der Union vorbei und kratzen nun sogar an der 30-Prozent-Marke. Anfang März lag die Union sogar noch bei etwa 33 Prozent, die Grünen bei rund 20.

Civey hat für die Erhebung seit Montag vor einer Woche gut 10.000 Bürgerinnen und Bürger in Deutschland befragt. Die Grünenspitze hatte Baerbock am Montag als Kanzlerkandidatin vorgeschlagen, die Entscheidung im Unionsmachtkampf fiel einen Tag später. Der große Abstand zwischen beiden Parteien liegt außerhalb des statistischen Fehlers.

Für die Union markiert der Absturz auf 24 Prozent den schlechtesten Wert seit Beginn der Civey-Umfrageauswertung Anfang 2017. Zuvor war die Partei im Februar 2020 einmal auf 26 Prozent abgestürzt. Damals hatten die Christdemokraten in Thüringen Seite an Seite mit der AfD dem FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich zur Wahl des Ministerpräsidenten verholfen.

Umgekehrt steigen die Grünen mit 29 Prozent auf den höchsten je gemessenen Wert. Ihren bisherigen Rekordstand erreichte die Partei im Mai 2019 mit 24 Prozent.

Leichte Zugewinne verbucht die FDP, sie klettert von zuletzt 9 Prozent im März auf nun 11 Prozent. Die Linke rutscht von 8 auf 6 Prozent ab, SPD und AfD verharren je bei Werten um die 15 Prozent und 9 Prozent.

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