In akuter Abstiegsnot
Das Ende einer Liebe: Die Zeit von Kohfeldt bei Werder Bremen scheint abzulaufen

Florian Kohfeldt: „Ich laufe nicht weg“.

© Maja Hitij / Getty Images

von Tim Schulze

26.04.2021, 17:29 Uhr

Ob nun am Dienstag oder nach der Saison: Trainer Florian Kohfeldt scheint keine Zukunft als Trainer von Werder Bremen zu haben. Aber die Trennung von ihm fällt den Verantwortlichen schwer, weil er fester Bestandteil der Werder-Familie ist.

Wer Florian Kohfeldt nach der Niederlage gegen Union Berlin auf der Pressekonferenz erlebt hat, sah einen Trainer, der die schmerzhafteste Niederlage (1:3) seiner Karriere erlitten hat. Kohfeldt wirkte tief getroffen: „Es ist eine sehr schlechte Situation, die wir mit aller Kraft bekämpfen müssen“, sagte er. „Ich kann für mich ausschließen, dass ich weglaufe.“ Es sind Aussagen, die nach sieben Niederlagen in Folge und akuter Abstiegsnot kaum überzeugend klingen, auch wenn sie ehrlich gemeint waren.

Die Lage ist ernst in Bremen, der Abstieg droht – und Kohfeldt hat keine Argumente mehr. Nach dem 24. Spieltag stand die Mannschaft mit 30 Punkten auf dem 12. Tabellenplatz und hatte elf Punkte Vorsprung auf einen Relegationsplatz. Sieben Spiele später steht sie mit 30 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz. Es ist ein klassischer Spannungsabfall, der hier stattgefunden hat. Trainer, Mannschaft und Verein fühlten sich zu früh zu sicher. Das rächt sich jetzt, es droht der freie Fall in die zweite Liga, der finanziell katastrophale Auswirkungen hätte. Der Verein hält sich unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie nur mit Krediten und einer Landesbürgschaft über Wasser.

Thomas Schaaf steht bereit

Als möglicher Nachfolger Kohfeldts steht Thomas Schaaf bereit, aktuell ist die Werder-Legende Technischer Direktor des Vereins. In einer…