Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat schärfere Regeln zum Schutz von Arbeitnehmern vor einer Corona-Infektion gefordert. Es gebe vermehrt Berichte aus Betrieben, wonach Arbeitgeber von ihren Angestellten verlangten, medizinische Masken zu tragen statt FFP2-Masken, sagte Baerbock am Montag in Berlin. Grund sei, dass Arbeitnehmer mit FFP2-Masken häufiger eine Pause einlegten, um diese zwischendurch ablegen zu können.

Dies halte sie angesichts der Situation in den Krankenhäusern und mit Blick auf die Inzidenzzahlen für den falschen Weg, sagte Baerbock. »Und deswegen müsste es da eine Nachschärfung geben«. Auch in Schulen gebe es eine Pflicht zu regelmäßigen Corona-Tests. Es sei unverhältnismäßig, dies bei Erwachsenen anders zu handhaben. »Das muss auch im Arbeitsbereich entsprechend gelten«, verlangte die Kanzlerkandidatin der Grünen.

Das ARD-Magazin »Panorama« hatte jüngst berichtet, dass Amazon seinen Mitarbeitenden am niedersächsischen Standort Winsen (Luhe) es verboten habe, sich am Arbeitsplatz mit FFP2-Masken zu schützen.

Mit Blick auf den Impfgipfel von Bund und Ländern sagte Baerbock, es sei richtig, Geimpfte mit Menschen gleichzustellen, die einen negativen Corona-Test vorweisen könnten. Schließlich handle es sich um Eingriffe in Bürger- und Freiheitsrechte. Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken und Abstandhalten blieben aber wichtig.

Impfgipfel am Nachmittag

Am Nachmittag berät Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Anschließend ist eine Pressekonferenz mit Merkel geplant.

Im Zentrum der Konferenz steht die Frage, ob und wann es Lockerungen für geimpfte und genesene Menschen geben soll. Aus einem Entwurf für ein Eckpunktepapier der Bundesregierung, das dem SPIEGEL und anderen Medien vorliegt, geht hervor, dass Geimpften und Genesenen mindestens dieselben Ausnahmen eingeräumt werden, die im Infektionsschutzgesetz bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von…