Die Reihenfolge der Impfpriorisierung soll schon bald aufgehoben werden. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer gemeinsamen Runde mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten in Berlin. Die Priorisierung soll »spätestens« im Juni aufgehoben werden. Merkel sagte, das heiße noch nicht, dass dann schon jeder geimpft werden könne. Aber dann solle sich jedem um einen Termin bemühen können. Ab Juni sollten auch Betriebsärzte verstärkt in die Impfkampagne eingebunden werden.

Merkel hatte sich mit den Länderchefinnen und Länderchefs zu einem Impfgipfel verabredet, um über die Impfreihenfolge zu beraten – und zum Umgang mit den Geimpften und Genesenen. Die sollen laut Merkel schon bald mehr Grundrechte zurückerlangen können. Unter anderem sollen Geimpfte und Genesene beim Friseurbesuch keine Schnelltest mehr vorzeigen müssen. Merkel bezieht sich auf eine neue Studie des Robert Koch-Instituts: Demnach geht von bereits zweifach Geimpften zwei Wochen nach Impfung nur noch ein geringeres Ansteckungsrisiko raus.

Der Umgang mit Geimpften und Genesenen solle in einer Verordnung geregelt werden, die von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden müsse. Entwarnung gab Merkel jedoch nicht: »Wir werden in eine Übergangsphase kommen, die auch nicht einfach ist«, sagte Merkel. Selbst bei 50 Prozent vollständig Geimpfter sei das Risiko für den Rest hoch. Ein Inzidenzwert von 100 sei dann für die Nichtgeimpften wie eine 200, sagte Merkel.

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