Wer an diesem Wochenende durch Zürich oder Basel ging, fühlte sich zurückversetzt in eine andere Zeit: Die Café- und Restaurantterrassen am Zürichsee und am Rhein waren überfüllt, das Wetter sonnig und warm.

Die Schweiz befand sich in einer Art Volksfeststimmung. Alles strebte nach draußen, Cafés und Biergärten waren oft bis auf den letzten Platz besetzt. Die Menschen genossen im Freien ihre Cappuccini und die ersten Aperol Spritz des Jahres.

Am Montag vor einer Woche sind in der Schweiz massive Lockerungen in Kraft getreten – und das spürte man: Es war ein Ausblick auf den Sommer, der nach dem Willen der Schweizer Regierung, des Bundesrats, möglichst normal werden soll.

Drei Zauberworte soll es geben: geimpft, getestet, genesen. Wer in eine dieser Kategorien fällt, soll ein Covid-Zertifikat bekommen – und damit ein Rückfahrticket in eine noch weiter zurückliegende Zeit: Eine Zeit, in der man sich gedankenlos durch volle Klubs schlängelte, eine Zeit, in der man im Kino mit dem Sitznachbarn um die Armlehne stritt.

Die Regierung will Normalität – für Geimpfte

Der Schweizer Bundesrat hat in der vergangenen Woche einen Fahrplan präsentiert, der innerhalb kurzer Zeit eine Rückkehr zur Normalität verspricht. Schon im August dieses Jahres könnte es in der Schweiz wieder fast so zugehen wie vor der Pandemie. Allerdings nicht für alle.

Den Schweizerinnen und Schweizern wurden noch weiter reichende Lockerungen in Aussicht gestellt, aber sie werden nur für Inhaberinnen und Inhaber des Covid-Zertifikats gelten. Beziehungsweise: Die Schutzmaßnahmen und Einschränkungen sollen nach dem Willen des siebenköpfigen Bundesrats für sie bald keine Gültigkeit mehr haben.

Für die Mitglieder der Regierung ist das besonders schön: Die Bundesräte wurden bereits im Januar in einer »vertraulichen Aktion« immunisiert.

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Sommerliche Stimmung in Zürich

Foto: MANUEL GEISSER / imago images/Geisser

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