Angesichts hoher Infektionszahlen sind rasche Aufhebungen der Kontaktbeschränkungen derzeit politisch noch kein Thema, aber Wirtschaftsvertreter fordern bereits einen Plan für Lockerungen. »Basis des Lockoffs sollte der Impffortschritt sein«, sagte der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger. »Deshalb müssen Bund und Länder jetzt alle Kräfte für eine Impfoffensive bündeln. Jede weitere Woche Ungewissheit vernichtet tausende wirtschaftliche Existenzen und damit Arbeitsplätze.«

In der Debatte darüber fordert der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), die zügige Einführung eines europäischen Impfzertifikats. »Die aktuellen Einschränkungen und Eingriffe sind unbestritten sehr weitgehend und die politisch Handelnden haben die Pflicht, sobald es vertretbar ist, diese Einschränkungen auch schnellstmöglich wieder zurückzunehmen«, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium dem »Handelsblatt«. »Ich bin sicher, dass mit der europaweiten Einführung des digitalen Corona-Impfpasses wieder viele Freiheiten möglich sind.«

Das Ziel müsse sein, den Impfpass bis zum 1. Juni dieses Jahr zur Verfügung zu stellen, sagte Bareiß. »Das wäre für den stationären Einzelhandel, die Reisebranche, Restaurants, aber auch für Kultur und Veranstaltungen der Game Changer und die Grundlage, um wieder zu öffnen.«

Der digitale Impfpass könne mithilfe eines QR-Codes als Nachweis dienen, ob jemand gegen das Coronavirus bereits geimpft ist. »Auch ein negatives Testergebnis und eine bereits überstandene Coronavirus-Erkrankung kann als Merkmal auf dem QR gespeichert werden«, sagte Bareiß. Wenn bei jemandem »zweifelsfrei« feststehe, dass keine Ansteckungsgefahr ausgehe, dann stehe der digitale QR-Code auf grün. »Das heißt automatisch, für diese Personen müssen die Einschränkungen zurückgenommen werden.«

Das Bundesgesundheitsministerium hatte Mitte April erklärte,…