Nach längerem Machtkampf hat sich Armin Laschet im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union gegen Markus Söder durchgesetzt. Auf den Wahlkampf scheinen die beiden Politiker allerdings recht unterschiedlich zu blicken.

CDU-Chef und Kanzlerkandidat Laschet hat den Wahlkampf mit einem Angriff auf die Grünen eröffnet. Die Partei habe »inhaltlich wenig zu bieten«, sagte er in einem Interview mit der »Süddeutschen Zeitung« (»SZ«). Das werde die Union in ihrer Wahlkampagne herausstellen. Laschet kündigte an, die Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt zu rücken. Es gehe um Entschlackung der Bürokratie, einen serviceorientiertet Staat und Digitalisierung.

»Wir brauchen eine neue Gründerzeit«, sagte Laschet, dies »können die Grünen nicht«. Mit Blick auf die Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock sagte er: »Sie redet, ich handle«. Die Grünen hätten 16 Jahre lang nichts beweisen müssen.

»Es wird wohl der schwierigste Wahlkampf der Union seit 1998«

Nach Einschätzung von Söder müssen sich die Unionsparteien hingegen auf den härtesten Bundestagswahlkampf seit mehr als zwanzig Jahren gefasst machen. »Eines ist klar: Es wird wohl der schwierigste Wahlkampf der Union seit 1998. Die Umfragen zeigen kein gutes Bild. Und die Ausgangslage ist auch relativ schwierig«, sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntagabend im ZDF-»heute journal«.

Es stehe viel Arbeit an, denn auch inhaltlich müsse der Führungsanspruch von CDU und CSU untermauert werden. Die Menschen wählten nicht Erfolge der Vergangenheit, sondern erwarteten »Hunger und Ideenreichtum«. Ausdrücklich verwies er auf die Grünen, die mit Annalena Baerbock eine junge Kanzlerkandidatin »mit frischen Ideen« ins Rennen schickten.

Dass er selbst die Kanzlerkandidatur Laschet habe überlassen müssen, tue ihm nicht mehr weh, sagte Söder. Er hätte es gern gemacht, doch sei dies auch nicht »der Lebensplan gewesen«.

Fünf Monate vor der Bundestagswahl hat die Union nach einer neuen Umfrage stark…