TV-Kritik

„Anne Will“
Annalena Baerbock: „Wenn ich das Land verändern will, reichen nicht acht Prozent“

Themen für die Runde um Annalena Baerbock bei „Anne Will“ : die Grünen, Corona und die Rückgabe der Freiheitsrechte für Geimpfte

© Wolfgang Borrs/NDR / stern

Eigentlich ging es um die „Bundes-Notbremse“. Doch im Mittelpunkt stand der erste „Anne Will“-Auftritt von Annalena Baerbock als grüne Kanzlerkandidatin. Würde sie nach viel Wolkigkeit und wohltemperiertem Blabla in den vergangenen Tagen endlich Farbe bekennen? Spoiler: Blabla war auch, aber nicht nur.

Von Mark Stöhr

Anne Will bat zum Einzelgespräch. Die ersten 20 Minuten der Sendung gehörten ausschließlich Annalena Baerbock. Ein bisschen Kreuzverhör, ein bisschen Vorstellungsgespräch, ein bisschen Kaffeeklatsch. Warum sie und nicht Habeck? Weil sie eine Frau sei? Fehle ihr nicht die Eignung fürs Kanzleramt ohne Regierungserfahrung? Das Übliche. Baerbock wand sich ums Persönliche und floh ins Pauschale. Und sagte echt langweilige Sachen. Doch mit dem wachsenden Grad ihrer Genervtheit sank der Anteil an Geschwafel. Und dann kamen gute Sätze – wie: „Wenn ich sage, ich kopiere alle Bundeskanzlerschaften, die es mal gab – warum soll ich dann antreten?“

Es diskutierten bei „Anne Will“:

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Parteivorsitzende und designierte KanzlerkandidatinGabriel Felbermayr, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel)Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Richterin am Bayerischen Verfassungsgerichtshof und Bundesjustizministerin a.D.Viola Priesemann, Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in GöttingenWolfgang Merkel, Politikwissenschaftler und Demokratieforscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Sind die Grünen noch radikal genug für die Klimawende?

Sie könne…