Kremlgegner seit 100 Tagen in Haft
Straflager und Hungerstreik brachten Nawalny fast um. Dabei braucht ihn seine Bewegung mehr denn je

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny während einer Anhörung im Februar in Moskau

© Moscow City Court / DPA

An diesem Montag sitzt Kreml-Kritiker Alexej Nawalny seit genau 100 Tagen in Haft. Die Zeit im Straflager ließ ihn schwer erkranken, wegen Lebensgefahr steigt er jetzt aus einem langen Hungerstreik aus. Nun soll aber seine politische Bewegung ausgelöscht werden.

Auf eine neue wochenlange Tortur stellt sich der im Straflager inhaftierte Kremlgegner Alexej Nawalny für seinen Ausstieg aus dem Hungerstreik ein. „In der Regel dauert das auch 24 Tage und das ist, so heißt es, sogar schwieriger. Also wünscht mir Erfolg“, teilt er in seiner neuen Nachricht bei Instagram mit.

An diesem Montag ist es 100 Tage her, dass Nawalny aus Deutschland, wo er sich von einem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok erholt hatte, nach Russland zurückkehrte. Noch am Flughafen in Moskau wurde der 44-Jährige am 17. Januar festgenommen.

An diesem Montag beginnt auch ein Gerichtsverfahren, mit dem die russische Justiz zerstören will, was Nawalny und seine gegen Korruption gerichtete Bewegung in Jahren aufgebaut haben. Die Moskauer Staatsanwaltschaft will Nawalnys Organisationen, darunter seine Anti-Korruptions-Stiftung und seine Regionalstäbe, als extremistisch einstufen und damit praktisch verbieten lassen. 

Interview

Aktivistin Olga Romanowa

„Die Todestrafe wurde abgeschafft, deswegen sollen wir die Gefängnisse fürchten“ – so leidet Nawalny im Lager

26.03.2021

Putins Machtapparat wehrt sich mit aller Wucht

Die Bewegung, so die Ankläger, „destabilisiert die gesellschaftlich-politische Lage im Land“. Sie rufe auf zur „extremistischen Tätigkeit, zu Massenunruhen – auch mit Versuchen,…