Wirtschaftsentwicklung
Steht der Boom vor der Tür?

Ein Container wird im Hamburger Hafen auf ein Schiff geladen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

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Die Corona-Krise hat der Wirtschaft massiven Schaden zugefügt. Einige Branchen werden seit Monaten vom Staat über Wasser gehalten. Wann wird es besser? Führende Volkswirte sehen einen Hoffnungsschimmer.

Dank der starken Nachfrage aus den USA und China nach Industrieprodukten Made in Germany hält sich die Konjunktur in Deutschland trotz des anhaltenden Corona-Lockdowns wacker.

Während die Dienstleistungsbranche weiter darbt, brummt die Industrie derzeit wie zuletzt vor der Corona-Krise. Volkswirte führender Wirtschafts- und Finanzorganisationen gehen bis zum Ende der Lockdown-Maßnahmen weiter von einer zweigeteilten Konjunktur aus, wie eine dpa-Umfrage ergab.

Sobald die Pandemie unter Kontrolle ist, könnte es sogar zu einem regelrechten Boom kommen. «Wir erwarten eine kräftige Erholung im zweiten Quartal. Die Auslandsnachfrage vor allem aus China und den USA treibt jetzt schon die positive Entwicklung in der Industrie und entwickelt sich sehr positiv», sagte die «Wirtschaftsweise» Veronika Grimm.

«In den USA gingen die Einzelhandelsumsätze nach der Wiedereröffnung um fast zehn Prozent nach oben», sagte Katharina Utermöhl von der Allianz-Gruppe. Auch auf dem deutschen Dienstleistungssektor gebe es erste Anzeichen für eine Frühjahrsbelebung. «Man begibt sich in die Startlöcher», sagte Utermöhl angesichts erster Anzeichen für Neueinstellungen selbst in der Gastronomie.

«In den nächsten Monaten kommt es darauf an, die Weichen für einen erfolgreichen Aufschwung zu stellen», sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen KfW-Gruppe. Allerdings kommen auch warnende Stimmen – die Pandemie dürfe nicht vorschnell ad acta gelegt werden.