Globale Gesellschaft

In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für globale Probleme.

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An den Stränden im Norden Australiens begehen Wildschweine regelmäßig Massenmord: Sie graben den Strand um, stöbern Schildkrötennester auf und fressen die meisten Eier, bevor die Baby-Schildkröten schlüpfen können. Die lokalen Ranger schaffen es nicht, die weitläufigen, schwer zugänglichen Gebiet engmaschig zu patrouillieren – zudem lauern vielerorts Krokodile, die auch Menschen gefährlich werden.

Ein Projekt, in das moderne Technologie und indigenes Wissen einfließt, soll die Schildkröten vor dem Aussterben retten. Forscher von Australiens staatlicher Wissenschaftsbehörde CSIRO haben zusammen mit Rangern der Umweltschutzorganisation Aak Puul Ngantam, lokalen Führern und dem Tech-Konzern Microsoft ein System entwickelt, dass die automatisierte Überwachung der Strände aus der Luft möglich macht. So können sie herausfinden, an welchen Stellen sich Hunderte von Nestern sammeln, wo sich besonders viele Wildschweine oder Krokodile aufhalten – und an welchem Strandabschnitt es sich lohnt, die Kräfte zu konzentrieren.

»Es geht darum, mit begrenzten Ressourcen die meisten Baby-Schildkröten zu retten, anstatt möglichst viele Schweine zu erschießen«, sagt Justin Perry, der das Projekt mitentwickelt hat. »Wenn es innerhalb von 40 Kilometern nur fünf Nester gibt, müssen wir dort keine Zeit verschwenden.«

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Apps unterstützen indigene Ranger und Rangerinnen wie Serena McCartney in Australien bei der Arbeit

Foto: Mitch Fong

Das Team montiert Kameras mit integriertem GPS-Chip an Helikopter, die ohnehin die abgelegenen Gebiete überfliegen; für viele Anwohner, Forscher und Feuer-Bekämpfer sind die Flugzeuge hier das wichtigste Transportmittel. Da die Nester im Sand…