Die Wahlniederlage des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump liegt mittlerweile Monate zurück. Doch noch immer bemühen sich einige Republikaner, das aus ihrer Sicht ungerechte Ergebnis revidieren zu lassen. Konkret gibt es aktuell einen groß angelegten Vorstoß im bevölkerungsreichsten Bezirk des Bundesstaates Arizona.

Im Maricopa County sind über das Wochenende 2,1 Millionen Stimmzettel sowie Wahlmaschinen und die dazugehörigen Computerfestplatten untersucht worden. Grundlage war ein Beschluss des Senats von Arizona, in dem die Republikaner eine Mehrheit von 16 zu 14 Stimmen haben. »Danke an die staatlichen Senatoren und andere in Arizona für den Beginn dieser vollständigen forensischen Prüfung«, hieß es in einer Erklärung des früheren Präsidenten Trump. »Ich sage voraus, dass die Ergebnisse verblüffend sein werden!’«

Formell geleitet wird die Untersuchung im Arizona Veterans Memorial Coliseum, einer Mehrzweckhalle in Phoenix, von Ken Bennett, einem republikanischen Politiker, der früher Senatspräsident in Arizona war sowie das Amt des Secretary of State dort innehatte, das protokollarisch an dritter Stelle nach Gouverneur und Vizegouverneur steht. Um die Durchführung kümmert sich ein Privatunternehmen namens Cyber Ninjas.

»Sie versuchen, etwas zu finden, von dem wir wissen, dass es nicht existiert«, kritisiert wiederum die aktuelle Secretary of State in Arizona, die Demokratin Katie Hobbs. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen auch die Wahlen. »Es ist lächerlich, dass die Leute denken, dass sie, wenn sie die Ergebnisse nicht mögen, einfach reinkommen und sie auseinanderreißen können.«

Aus Sicht von Kritikern fehlt dem Unternehmen Cyber Ninjas die Erfahrung, überhaupt eine so umfangreiche Wahlprüfung durchzuführen. Außerdem habe der Firmenchef Doug Logan unbegründete Verschwörungstheorien verbreitet, wonach die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen 2020 unrechtmäßig seien. »Sie sind nicht qualifiziert, sie wissen nicht…