SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz spricht seinen Konkurrenten Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) die nötige Eignung für das Kanzleramt ab. »Deutschland ist eines der größten und erfolgreichsten Industrieländer der Welt. Es sollte von jemandem geführt werden, der Erfahrung im Regieren hat, der nicht nur regieren will, sondern das auch wirklich kann«, sagte Scholz in der »Bild am Sonntag«. »Ich bin der Kanzlerkandidat, der über die notwendige Erfahrung und Kenntnisse für diese Aufgabe verfügt. Das unterscheidet mich von meinen Wettbewerbern.«

Von Unionskanzlerkandidat und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verlangt Scholz demnach eine Entscheidung zwischen der Bundes- und Landespolitik: »Laschet sollte klar sagen, ob er sich traut, ohne sicheren Rückfahrschein in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. Es geht um das wichtigste Amt im Land. Lauwarm geht da nicht.« Scholz erinnerte daran, dass der frühere Bundesumwelt­minister Norbert Röttgen als CDU-Spitzenkandidat die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen auch deshalb verloren habe, weil er nur als Sieger nach Düsseldorf habe wechseln wollen. »Diese Haltung ist offenbar ansteckend.«

Scholz zeigt sich trotz schlechter Umfragewerte optimistisch

Seine eigenen Chancen auf das Kanzleramt schätzt Scholz trotz der schlechten Umfragewerte für die SPD weiterhin als gut ein: »Die SPD kann so stark werden, dass ich der nächste Kanzler werde«, sagte Scholz, das Rennen sei völlig offen. »Die Union wird sich von ihrem Umfrageeinbruch nicht mehr erholen und bei der Bundestagswahl ein Ergebnis klar unter 30 Prozent einfahren. Damit ist der Weg frei für eine Regierung ohne CDU/CSU.« Sein Ziel, Kanzler zu werden, sei durch die aktuellen Bewegungen in den Umfragen »sogar wahrscheinlicher geworden, weil sich die Abstände zwischen den Parteien verringert haben«.

Die 40-jährige Baerbock war in der vergangenen Woche als Kanzlerkandidatin für die Grünen aufgestellt worden, sie verfügt bisher über…