Recht und Ordnung müssten eingehalten werden, sagteBenjamin Netanjahu nach einer Krisensitzung des Kabinetts. Seine Regierung stehe für „Religionsfreiheit für alle Bewohner und Besucher von Jerusalem“ ein. Nach einer Besprechung des Kabinetts mit Generalstabschef Aviv Kohavi betonte Netanjahu, Israel sei „für alle Szenarien gerüstet“. Koahavi verschob einen für diesen Sonntag geplanten Besuch in der US-Hauptstadt Washington, bei dem es um den Konflikt mit dem Iran gehen sollte.

In den vergangenen Tagen waren die Spannungen zwischen muslimischen Palästinensern und jüdischen Israelis durch eine Reihe von Videos angeheizt worden. Sie zeigten, wie junge Araber ultra-orthodoxe Juden angreifen und wie jüdische Extremisten nachts Araber auf der Straße schikanieren. Nach einem Aufmarsch einer rechtsextremen jüdischen Organisation im mehrheitlich von Palästinensern bewohnten Ost-Jerusalem am Donnerstag waren dann bei nächtlichen Zusammenstößen zwischen wütenden Palästinensern und Polizisten mehr als 120 Menschen verletzt worden. Auch am Freitagabend gab es erneut Auseinandersetzungen.

Israelische Polizisten führen in der Altstadt Jerusalems einen Palästinenser ab

Wieder Zusammenstöße in Jerusalem

Die Krawalle in Jerusalem gingen auch am Samstag weiter. In der Altstadt lieferten sich überwiegend palästinensische Jugendliche und Hunderte Bereitschaftspolizisten Straßenschlachten. Die Protestierer bewarfen die Beamten mit Steinen, die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Ein israelisches Gerichtsgebäude wurde mit Steinen beworfen, die Überwachungskameras zerstört. Aus mehreren palästinensischen Kommunen wurden ebenfalls Proteste gemeldet.

Militante Palästinenser im Gazastreifen schossen am Samstagabend erneut eine Rakete auf israelisches Gebiet. In der Grenzstadt Sderot heulten Warnraketen. Die israelische Armee teilte mit, das Geschoss sei von der Raketenabwehr abgefangen worden. Seit Freitagabend waren aus dem Palästinensergebiet Dutzende Raketen auf Israel…