Militär
Truppenabzug aus Afghanistan hat faktisch bereits begonnen

Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Nun geht der Einsatz am Hindukusch zu Ende. Foto: Michael Kappeler/dpa

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Offizieller Beginn ist der 1. Mai – doch vor Ort ist der Abzug von US- und Nato-Soldaten aus Afghanistan eingeleitet. Zugleich gibt es neues Blutvergießen.

Die USA und Nato haben nach fast 20 Jahren den Prozess ihres Abzugs aus Afghanistan mit örtlichen Maßnahmen faktisch eingeleitet. Das erklärte der General der US- und Nato-Streitkräfte in Afghanistan, General Austin Scott Miller, am Sonntag vor Journalisten in Kabul.

Das offizielle Datum werde der 1. Mai sein, sagte Miller. Gleichzeitig habe man «durch das Ergreifen von Maßnahmen vor Ort» bereits damit begonnen.

US-Präsident Joe Biden hatte vergangene Woche angekündigt, die US-Truppen bis zum 11. September nach Hause zu holen. Nach den USA hatte auch die Nato entschieden, die Truppen abzuziehen. Mittlerweile ist ein Vorziehen des Abzugs auf den 4. Juli im Gespräch. Beides sind symbolische Daten: Am 11. September 2001 waren die Al-Kaida-Anschläge in den USA und der 4. Juli ist der an die Unabhängigkeit 1776 erinnernde Nationalfeiertag der USA.

Miller sagte am Sonntag, man werde einen geordneten Abzug organisieren. Das heiße, dass alle Stützpunkte und weitere Ausrüstung den afghanischen Sicherheitskräften übergeben würden.

Nach offiziellen Angaben waren zuletzt 2500 US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Darüber hinaus befinden sich auch noch rund 18.000 US-Vertragskräfte, sogenannte «Contractors», in dem Land, die verschiedene Aufgaben erfüllen. Die Nato hat noch rund 7500 Soldaten im Land, darunter rund 1100 aus Deutschland.

Derweil sind bei zwei Zwischenfällen in Afghanistan mindestens sieben Zivilisten durch Regierungskräfte getötet…