Auf der Bühne verkörperte sie den ungestümen jugendlichen Liebhaber ebenso grandios wie die mutige Gattin, die um ihren Ehemann kämpft: Die raffinierte Verführerin oder die unglücklich Liebende.

Jede ihrer zahllosen Rollen füllte Christa Ludwig mit einer unglaublichen Präsenz und Intensität aus: Sie lebte die Charaktere, die sie darstellte. Doch neben ihrem ausgefeilten Spiel begeisterte die Mezzosopranistin vor allem durch ihre Stimme, die der gefürchtete Kritiker Joachim Kaiser als eine der „allerschönsten im ganzen Land“ bezeichnete.

Unterricht bei der Mutter

Eigentlich hatte sie sich immer ein ganz normales Leben gewünscht – doch das Schicksal wollte es anders. Denn der Gesang war Christa Ludwig, die am 16. März 1928 in Berlin geboren wurde, quasi in die Wiege gelegt worden: Der Vater Anton Ludwig sang als Tenor und leitete später als Generalintendant das Aachener Stadttheater, und die Mutter Eugenie Ludwig-Besalla feierte als Altistin internationale Erfolge. Bei ihr erhielt Christa Ludwig den ersten Gesangsunterricht; später studierte sie unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an der Musikhochschule in Frankfurt am Main.

1968 sang sie die Maschallin in der Oper „Rosenkavalier“ in der Wiener Staatsoper

Am dortigen Opernhaus debütierte die gerade 18-Jährige als Prinz Orlowsky in Johann Strauß“ Operette „Die Fledermaus“. An den Bühnen in Frankfurt, Darmstadt und Hannover studierte Christa Ludwig bis zur Mitte der 1950er Jahre etliche Rollen ein und sammelte dabei wichtige Erfahrungen.

Wiener Staatsoper machte sie international bekannt

Dann erhielt die junge Sängerin ein geradezu einmaliges Angebot: Die Wiener Staatsoper holte sie in ihr legendäres Ensemble. Damit startete Christa Ludwig ihre internationale Karriere: Ab diesem Zeitpunkt war sie regelmäßiger Gast bei den Salzburger Festspielen und debütierte bis 1959 an vielen bedeutenden europäischen Opernhäusern und an der New Yorker Metropolitan Opera. Ein Jahr später sang Christa…