Seit knapp vier Monaten kann sich die deutsche Bevölkerung gegen das Coronavirus impfen lassen – viele Menschen können es kaum abwarten, bis sie dran sind. Denn es gilt eine bestimmte Reihenfolge, bei der das Alter sowie Vorerkrankungen eine Rolle spielen, bei der aber auch bestimmte Berufe Vorrang haben. Nur wer nach dieser festgelegten Priorisierung impfberechtigt ist, bekommt einen Termin im Impfzentrum oder bei der Hausärztin oder dem Hausarzt. Ob dieses Prinzip weiter sinnvoll ist, darüber scheiden sich die Geister.

Lesen Sie hier, wer die Impfreihenfolge in Deutschland schnell abschaffen – und wer sie noch bis in den Juni beibehalten möchte:

Der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (Virchowbund) fordert eine schnellere Abkehr von der bisherigen Impfreihenfolge, als sie die Bundesregierung bislang plant. »Spätestens in zwei, drei Wochen sollte die Priorisierung aufgehoben werden«, sagte Verbandschef Dirk Heinrich der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ). Er erwarte dafür »ein klares Signal« des Impfgipfels von Bund und Ländern am Montag. Die Ministerpräsidenten der Länder beraten dann mit Vertretern der Bundesregierung über die Corona-Impfung. Dabei wird es auch um die Frage gehen, welche Rechte Menschen mit vollem Impfschutz erhalten.

Spahns vorgeschlagene Freigabe im Juni? »Viel zu spät«

»Wenn die Gruppe zwei, also die 70- bis 80-Jährigen und schwer Vorerkrankten, weitgehend durchgeimpft ist, braucht es die Freigabe«, sagte Heinrich. »So weit sind wir Mitte Mai.« Die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene Freigabe im Laufe des Juni käme »viel zu spät.« Ab Mai gehe es um 1,5 Millionen Impfdosen pro Woche für die niedergelassenen Ärzte, ab Juni seien es bis zu 3,5 Millionen Dosen.

»Schon für das Impfen allein müssen die Praxen zusätzliche Sprechstunden anbieten. Kommt dann noch die Suche nach den Berechtigten hinzu, wäre das schlicht nicht mehr zu stemmen«, sagte er. »Fällt die Priorisierung nicht…