Firmengründungen
Deutschland fällt bei Geld für Start-ups zurück

Während die Zahlen in Frankreich und Großbritannien gestiegen sind, ist Deutschland bei Investitionen in Start-ups zurückgefallen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

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Corona hin oder her: Bei vielen Investoren in Europa sitzt das Geld für Start-ups locker. Die Ideen von Gründern sind in der Digitalisierung gefragt. Deutschland allerdings schwächelt bei großen Deals.

Deutschland ist bei Investitionen in Start-ups zurückgefallen. Im vergangenen Jahr sank das Finanzierungsvolumen durch Investoren um 15 Prozent auf knapp 5,3 Milliarden Euro, während die Konkurrenz um Frankreich und Großbritannien zulegen konnte.

Gründer in Frankreich verbuchten Geldspritzen von 5,2 Milliarden Euro (plus 3,4 Prozent) und Großbritannien baute seinen Vorsprung trotz des Brexit aus: Start-ups bekamen mit 13,9 Milliarden dort ein Viertel mehr Geld als 2019, die Zahl der Finanzierungsrunden verdoppelte sich. Das zeigt eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Gründer im traditionell risikofreudigeren Großbritannien und seinen vielen kapitalmarktnahen Jungunternehmen hätten am meisten profitiert, sagte EY-Partner Thomas Prüver.

Ähnlich sieht das Bild im Städteranking aus: Während die Gründerszene allein in London Geld in Höhe von 10,5 Milliarden Euro bekam, zog Paris mit fast 3,9 Milliarden Euro an Berlin vorbei (gut 3 Milliarden Euro). 2019 hatte die deutsche Gründerhochburg noch knapp vor Paris gelegen. München landete nun im Ranking auf Platz sechs.

Weder die Pandemie noch der Brexit hätten Start-up-Finanzierungen in Europa 2020 ausgebremst, heißt es in der Analyse. Dank eines rekordstarken zweiten Halbjahrs stieg das Finanzierungsvolumen um 17 Prozent im Vergleich zu 2019 auf 36,5…