Etwa die Hälfte der Briten hat bereits die erste Covid-19-Impfung erhalten, Geschäfte und Pubs sind seit Kurzem wieder geöffnet. Nach den ersten Lockerungen des Lockdowns sind für Mitte Mai weitere angesetzt, unter anderem sollen dann auch wieder Speisen und Getränke in geschlossenen Räumen verkauft werden dürfen. Außerdem soll dann ein Gesundheitspass eingeführt werden, der es geimpften oder geheilten Urlaubern ermöglichen könnte, ohne Quarantäne zu reisen. Die komplette Lockerung sämtlicher Beschränkungen ist nach der aktuellen »Roadmap« der Johnson-Regierung für den 21. Juni angesetzt.

Trotzdem ist es am Samstag bei Demonstrationen gegen Corona-Schutzmaßnahmen im Zentrum Londons zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Protestierenden gekommen. Freiluft-Versammlungen mit mehr als 30 Teilnehmenden sind aktuell weiter verboten. Bei Demonstrationen sind Ausnahmen nach einer Risikobewertung möglich

Große Teile des Demonstrationszugs, der unter anderem aus Impfgegnern und Corona-Leugnern bestand, trug während der Veranstaltung keine Schutzmasken und wahrte keinen Sicherheitsabstand. Medienberichten zufolge wurden unbeteiligte und Maske tragende Passanten von der Menge beleidigt.

Viele Demonstrierende trugen Transparente und Plakate, auf denen sie die Einführung eines Impfausweises ablehnten. Andere forderten »Gib der Grippe eine Chance« oder »Make Influenza Great Again«. Piers Corbyn und Laurence Fox, zwei der vier Anti-Lockdown-Kandidaten im Rennen um die Bürgermeisterwahl im Mai, nahmen an dem Marsch mit Tausenden anderen teil.

In den sozialen Netzwerken machen zudem Bilder von Menschen die Runde, die den Impfpass mit dem Judenstern vergleichen:

Die Demonstrationen dauerten bis in den Abend hinein, als die Polizei versuchte, die Menschenansammlung im Hyde Park zu zerstreuen.

Laut »Guardian« wurden fünf Menschen verhaftet, nachdem sie Polizisten mit Flaschen beworfen hatten, acht Beamte wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Zwei Beamtinnen…