Die Coronakrise hat in den USA nicht nur Hunderttausende Todesopfer gefordert, sie hat auch Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit und den wirtschaftlichen Ruin getrieben.

Und sie hat ein paar sehr reiche Menschen noch reicher gemacht.

Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Recherche der »New York Times«, die den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie auf den Grund geht. Demnach wurden ausgerechnet in vielen derjenigen Unternehmen, die am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffen waren, die verantwortlichen Manager mit Reichtum regelrecht überschüttet, wie folgende Beispiele illustrieren:

Der Flugzeugbauer Boeing kündigte nach einem historisch schlechten Jahr 2020 die Entlassung von etwa 30.000 Mitarbeitern an und meldete einen Verlust von zwölf Milliarden Dollar. Nichtsdestotrotz wurde der Geschäftsführer David Calhoun mit einer Abfindung von 21,1 Millionen Dollar belohnt.

Der Kreuzfahrtkonzern Norwegian Cruise Line verlor vier Milliarden Dollar und entließ ein Fünftel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das hielt das Unternehmen nicht davon ab, das Jahresgehalt des Vorstandsvorsitzenden Frank Del Rio mehr als zu verdoppeln – auf 36,4 Millionen Dollar.

Weil Hotels auf der ganzen Welt seit Monaten leer stehen, hat die Kette Hilton fast ein Viertel der Belegschaft entlassen und etwa 720 Millionen Dollar verloren. Trotzdem meldete Hilton, dass sein Chief Executive Chris Nassetta im Jahr 2020 eine Vergütung in Höhe von 55,9 Millionen Dollar erhielt.

Das Resümee der Zeitung: »Führungskräfte machen ein Vermögen, während entlassene Arbeiter bei den Tafeln Schlange stehen.« Tatsächlich wächst die Kluft zwischen der Vergütung von Führungskräften und dem Durchschnittslohn normaler Arbeitskräfte demnach ist seit Jahrzehnten. Nach Angaben des Economic Policy Institute verdienen die Chefs großer Unternehmen heute im Durchschnitt 320 Mal so viel wie der typische Arbeiter. Im Jahr 1989 lag dieses Verhältnis laut »New York Times« noch bei 61 zu 1.

Die…