»Wir wollen dreimal zehn Millionen Dosen – im Juni, Juli und im August«, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer während eines Besuchs in Moskau Ende der Woche. Die Bestellung ist hochpolitisch – geht es doch um das Prestigeprojekt des Kremls, den russischen Impfstoff gegen Covid-19, besser bekannt als Sputnik V. Mindestens 30 Millionen Dosen der Vakzinen will sich Deutschland laut Kretschmer sichern.

Läuft alles nach Plan, könnte damit bis zum Herbst etwa jeder sechste Mensch in Deutschland vor dem Coronavirus geschützt werden. Vorausgesetzt, der Impfstoff wird rechtzeitig zugelassen. Die zuständige europäische Arzneimittelbehörde Ema prüft derzeit, ob Sputnik V hält, was Russland verspricht. Die Erwartungen sind hoch.

Besser als gedacht?

Erst jüngst verkündete der milliardenschwere staatliche russische Investmentfonds RDIF, der die Entwicklung des Impfstoffs finanziert hat und diesen nun vermarktet, Sputnik V sei laut neuen Daten zu 97,6 Prozent wirksam. Die für die Zulassung entscheidende Studien der Phase III bescheinigten dem Impfstoff dagegen »nur« eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent.

Für die Analyse hatten Forschende laut RDIF untersucht, wie viele von 3,8 Millionen Menschen in Russland sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten, obwohl sie bereits beide Dosen des Impfstoffs bekommen hatten und damit eigentlich als vollständig immunisiert gelten. Das Ergebnis verglichen sie mit der Anzahl der Infektionen in ganz Russland, die zwischen Januar und Ende März aufgetreten waren. Ergebnis: Die Impfungen senkten das Risiko einer Infektion erheblich.

Demnach lag die Infektionsrate bei den Geimpften nur bei 0,027 Prozent, im Rest der Bevölkerung dagegen bei 1,1 Prozent. Daraus ergibt sich eine Effektivität von 97,6 Prozent. »Die Daten bestätigen, dass Sputnik V unter allen Impfstoffen eine der besten Schutzraten gegen das Coronavirus aufweist«, sagte der Leiter des RDIF, Kirill Dmitrijew. (Ein Interview mit ihm lesen Sie hier.)

Tatsächlich…