Einen zu altmodischen Politikansatz hatte CSU-Chef Markus Söder kürzlich Armin Laschet vorgeworfen. Das wollte der Unions-Kanzlerkandidat offenbar so nicht stehen lassen. »In den letzten Jahren hatte ich eher den Eindruck, dass mancher in der CSU mich für meine Ideen zur Modernisierung unserer Gesellschaft und unseres Landes kritisiert«, sagte der CDU-Chef der »Süddeutschen Zeitung«. Ein urbanes und gesellschaftlich vielfältiges Land wie Nordrhein-Westfalen »gewinnt man nur mit einer fortschrittlichen Agenda und einem modernen Führungsstil«, fügte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident hinzu. »Das gilt auch für Deutschland.«

Laschet wies im Interview zudem den Vorwurf einer mangelnden Bedeutung von Umwelt- und Klimaschutz in seinem Denken zurück, thematisierte aber auch die Auswirkung auf Arbeitsplätze. »Unser Kohleausstieg ist nicht Deko«, sagt Laschet. »Wir haben zuerst den Steinkohle- und jetzt den Braunkohleausstieg angepackt. Wir können Strukturwandel. Der Umbau der Chemieindustrie, der Stahlindustrie, der Automobilindustrie – das ist eine Jahrhundertaufgabe.« Die Industrie dürfe nicht abwandern, damit sei dem Weltklima nicht gedient.

Er habe zudem immer gesagt, dass er »keine One-Man-Show« wolle. »Wir brauchen ein Team, in dem die unterschiedlichen Strömungen sichtbar sind – so habe ich mein Kabinett in Nordrhein-Westfalen zusammengestellt.« Die Breite der Strömungen fehle ihm in der Aufstellung der aktuellen Bundesregierung. »Das muss im nächsten Kabinett anders sein«, sagte Laschet.

Im Sender Radio Bremen sagte Laschet zudem, er müsse »schmunzeln«, wenn ausgerechnet die CSU nach jahrelanger Kritik an Kanzlerin Angela Merkel nun behaupte, man müsse sich am Zeitgeist orientieren. Angefacht wird die erneute Debatte zwischen den Unions-Parteichefs durch Umfragewerte, die die Union teilweise hinter den Grünen sehen. In CDU-Kreisen wird Söder vorgeworfen, der Union mit seinen erneuten Attacken zu schaden.

Dass er selbst in vier…