CSU-Chef Markus Söder will sich in vier Jahren nicht erneut um die Kanzlerkandidatur der Union bemühen. Zumindest halte er das für »außerordentlich unwahrscheinlich«, sagte der bayerische Ministerpräsident in den »Nürnberger Nachrichten«. Denn entweder regiere Armin Laschet die nächste Amtszeit oder man werde eine sehr lange Amtszeit einer jungen Bundeskanzlerin Annalena Baerbock erleben.

Im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur für die Bundestagswahl hatte sich nach tagelangem Ringen CDU-Chef Armin Laschet durchgesetzt. Söder machte in dem Interview der Zeitung seiner Heimatstadt aber auch deutlich, dass er sich weiter Gehör verschaffen will: »Mit mir muss man auch in Zukunft rechnen. In Bayern als Ministerpräsident und in Berlin als Parteivorsitzender.«

Ermüdungserscheinungen in der Union

»Fünf Monate vor der Wahl steckt die CDU in einem Umfragetief, es bleiben Corona-Schwierigkeiten, und nach 16 Jahren sieht man schon Ermüdungserscheinungen der ganzen Union«, wird Söder zudem zitiert. Hinzu komme eine nicht geklärte strategische Frage, wie viel Modernität oder wie viel Tradition die Union zeigen solle. »Einige wollen zurück in die Zeit vor Angela Merkel. Wir wollen das nicht. Wir brauchen einen Aufbruch und eine moderne Union«, betonte Söder.

In der »Süddeutschen Zeitung« mahnte der Ministerpräsident: »Ich glaube nicht, dass es klug ist, nach den progressiven Merkel-Jahren eine Politik ›Helmut Kohl 2.0‹ aus der Vergangenheit zu machen. Das wäre viel zu altmodisch. Keiner will die alte Union aus den 90er-Jahren zurück. Wir brauchen einen politischen New Deal statt Old School.« Söder wies zugleich auf Unterschiede zwischen ihm und dem CDU-Chef hin. »Es gibt keinen persönlichen Bruch zwischen uns, aber wir haben ein unterschiedliches Verständnis von Demokratie und Programm.«

Söder distanziert sich von erwartbaren Wahlschlappen

Bei der Bundestagswahl im September erwarte Söder von der Union ein Ergebnis von mehr als 30 Prozent. »Es…