Korruption tötet – im wörtlichen Sinne. 27 Menschen starben noch am selben Abend, als im Herbst 2015 ein verheerender Brand während eines Metal-Konzerts im Bukarester Club Colectiv ausbrach. In den Wochen nach dem Brand starben weitere 37 Menschen – auch viele, deren Brandverletzungen eigentlich nicht so schwer waren, die sich aber mit Krankenhauskeimen infiziert hatten. Alexander Nanaus Dokumentarfilm „Kollektiv – Korruption tötet“ (Englischer Titel: Collective) begleitet den rumänischen Investigativ-Journalisten Catalin Tolontan und sein Team bei den Recherchen rund um diese Tragödie sowie Whistleblower, trauernde Angehörige der Opfer und einen jungen Interims-Gesundheitsminister, der das marode System reformieren wollte.

Verdünnte Desinfektionsmittel, tödliche Krankenhauskeime

Im Film ist zu sehen, wie Tolontan und seine Kollegen einen erschütternden Korruptionsskandal aufdecken: Desinfektionsmittel der Firma Hexipharma waren so stark verdünnt worden, dass sie nicht mehr richtig wirkten. Aus Profitgier. Mehrere Behörden, Politiker und sogar Ärzte in Rumänien hatten davon gewusst und es zugelassen.

„Populistische Politiker, korrupte und inkompetente Leute im Gesundheitswesen haben eine Gesundheitskrise ausgenutzt, um sich zu bereichern“, sagt Alexander Nanau im DW-Interview. Der Regisseur, Produzent und Kameramann des Dokumentarfilms „Kollektiv“ ist in Bukarest geboren und als Elfjähriger mit seiner Familie, die zur deutschen Minderheit in Rumänien gehört, vor 30 Jahren nach Deutschland gezogen. In Berlin besuchte er die Filmhochschule, im Theater arbeitete er jahrelang an der Seite des berühmten deutschen Regisseurs Peter Zadek.

Korruptionsfälle auch in der Corona-Krise in Deutschland

„Kollektiv“ ist der erste rumänische Film, der für den Oscar nominiert ist – und der zweite Dokumentarfilm in der Geschichte der Academy Awards, der in zwei Kategorien nominiert wurde: als „Bester Dokumentarfilm“ und als „Bester Internationaler Film“. Der…