Dramatische Szenen vor einem indischen Krankenhaus in Neu-Delhi: Covid-19-Patienten werden im Freien notdürftig auf Pritschen versorgt. Die Krankenhäuser im Land sind völlig überfüllt, doch immer mehr Menschen treffen ein. Ärzte und Pflegepersonal arbeiten am Limit, aber für viele kommt die Hilfe zu spät: Raj Narayans Bruder ist gestorben, während die Familie darauf gewartet hat, dass er im Krankenhaus aufgenommen wird.

Raj Narayan, Bruder eines Covid-19-Toten

»Wir sind seit heute Morgen hier, aber niemand ist seitdem gekommen. Mir wurde gesagt, dass ich ihn hierher bringen soll. Aber niemand schaut nach den Patienten. Ich habe gesagt, dass er hier liegt, aber niemand ist gekommen. Es gibt keinen Sauerstoff und keine Medikamente.«

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Land explodiert: Allein am Samstag wurden von den Behörden 2624 Todesfälle und mehr als 340.000 Neuinfektionen gemeldet – ein neuer Höchststand. Die Zentralregierung ist derweil bemüht, die völlig überlasteten Krankenhäuser per Zug und Flugzeug mit zusätzlichem Sauerstoff zur künstlichen Beatmung von Covid-19-Patienten zu versorgen.

S.C.L. Gupta, Geschäftsführer Krankenhaus „Batra“

»Wir haben gerade 500 Liter Sauerstoff erhalten. Das reicht vielleicht für 30-45 Minuten. Der Bedarf für einen Tag beträgt 8.000 Liter. Diese 500 Liter Sauerstoff haben wir erhalten, nachdem wir 12 Stunden darum gebeten haben.«

Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten seit Pandemiebeginn nun bei 16,5 Millionen. Damit liegt Indien weltweit auf Platz zwei hinter den USA. Fast 190.000 Menschen in Indien starben an oder mit dem Virus. Weltweit sorgen sich Experten derweil um eine Ausbreitung der indischen Corona-Doppel-Mutante, denn sie soll besonders ansteckend und gefährlich sein.

Wegen der Mutation erklärte die Bundesregierung Indien kurzfristig zum Virusvariantengebiet – ab Sonntagnacht dürften dann nur noch Deutsche aus Indien einreisen.

Experten rechnen damit, dass der Höhepunkt der aktuellen…