Die Berliner SPD hat Franziska Giffey nun auch ganz offiziell zur Spitzenkandidatin für die Wahl zum Abgeordnetenhaus im Herbst gekürt. Auf einem Onlineparteitag votierten 85,7 Prozent der Delegierten für die 42 Jahre alte Bundesfamilienministerin. Es gab 210 Jastimmen bei 18 Neinstimmen und 17 Enthaltungen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Der SPD-Landesvorstand hatte Giffey bereits im November nominiert, kurz nach ihrer Wahl zur Berliner Parteichefin. Seither ist sie im Wahlkampfmodus und viel in der Hauptstadt unterwegs.

Ein steiler Aufstieg

Giffey war bis zu ihrem Wechsel in das Bundeskabinett 2018 Bürgermeisterin im Berliner Bezirk Neukölln. Sie will nach der Wahl am 26. September im Berliner Rathaus ihren Parteikollegen Michael Müller beerben, der ein Bundestagsmandat anstrebt. Allerdings belastet die Politikerin die Affäre um mögliche Plagiate in ihrer Doktorarbeit.

Die Freie Universität Berlin (FU) erteilte ihr im Herbst 2019 wegen Mängeln in der Arbeit eine Rüge, entzog ihr aber nicht den Doktortitel. Nach breiter Kritik an diesem Vorgehen kündigte die FU im vergangenen Jahr eine erneute Prüfung an, die noch andauert. Die Rüge wurde zurückgezogen.

Giffey führt den Doktortitel nicht mehr und hat schon vor längerer Zeit deutlich gemacht, dass auch ein möglicher Entzug des Titels durch die Universität für sie nichts an ihrer Spitzenkandidatur ändere.