Dahouds scharfer Steilpass aus der Abwehr ist noch unterwegs, da ist schon klar, was gleich passieren wird. Pfeilschnell ist Erling Haaland auf der Reise in Richtung Tor des VfL Wolfsburg. Kein Gegenspieler kann ihm auf den 50 Metern mehr folgen. Und der Norweger lässt sich auch von VfL-Keeper Koen Casteels nicht einschüchtern: Cool. Sicher. Links unten schiebt er ein (62.). Sein 2:0 ist der Siegtreffer für Borussia Dortmund im „Endspiel“ um die Champions League, wie BVB-Trainer Edin Terzic das Duell zuvor betitelt hatte. Mit einem gebrüllten „Yeeees“ in die Kamera feiert Haaland den Erfolg nach dem Schlusspfiff. 

Haaland lauert auf Fehler 

Der Norweger dürfte erleichtert sein. Nach Wochen der Trefferflaute, verbunden mit Diskussionen über einen möglichen Wechsel, hatte er zuletzt zwar schon wieder getroffen. Mit diesem Auftritt wischte er jedoch letzte Zweifel an seiner Konstanz beiseite. Haaland bedeutet Torgefahr. Und wenn es, wie in Wolfsburg, zunächst mit schnellen Bällen von Sancho oder Reus in die Spitze nicht klappt, dann hilft sich Haaland halt selbst. Mit schnellen Schritten eroberte er den Ball nach einem schwachen Rückpass von Ridle Baku, zog zum Tor – und schloss eiskalt ab (12.). Es war sein 15. Auswärtstor. Öfter traf auswärts noch nie ein Borusse, auch nicht ein gewisser Robert Lewandowski. 

Zum Bundesligafinale wieder in alter Stärke: Haaland vor dem 1:0.

Platzverweis für Bellingham, Kontertor von Haaland

Dortmund ist mit diesem Erfolg zwar weiter Fünfter der Tabelle. Aber der vierte Sieg in Serie bringt die Champions League-Plätze wieder in Schlagdistanz: „Vor ein paar Wochen waren wir noch elf Punkte hinter Wolfsburg, jetzt sind es nur noch zwei. Wir geben nicht auf und wollen jedes Spiel gewinnen“, sagte Abwehrspieler Manuel Akanji zur Aufholjagd des BVB im TV-Interview. Auf der Tribüne reckte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke den Daumen in die Höhe. Die Erleichterung war auch ihm anzumerken. Denn der Dreier in Wolfsburg war keineswegs…