„La Rossa“ wurde Maria Ilva Biolcati, wie Milva mit bürgerlichem Namen hieß, auch genannt – wegen ihrer feuerroten Haare. Am Freitagabend (23.04.2021) ist die Schlager- und Chansonsängerin in Mailand gestorben. Das bestätigte ihre Sekretärin und Vertraute Edith Meier, mit der Milva im Zentrum der Stadt wohnte. Wegen gesundheitlicher Probleme hatte sich die populäre Künstlerin in den vergangenen Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Große Fan-Gemeinde auch in Deutschland

Italiens Kulturminister Dario Franceschini nannte sie „eine große Italienerin“ und „eine der stärksten Interpretinnen des italienischen Chansons“. Mit ihrer Stimme habe sie „intensive Emotionen“ bei ganzen Generationen geweckt und den Namen des Landes hoch gehalten.

2012, bei der Generalprobe der deutschen TV-Sendung „Musikantenstadl“

Das musikalische Repertoire von „La Rossa“ umfasste kommerzielle Schlager ebenso wie anspruchsvolle Chansons. In den 1960er und 1970er Jahren wurde Milva auch über die Grenzen Italiens hinaus berühmt: Unter anderem in Lateinamerika, Spanien und Frankreich hörten die Menschen ihre Songs – vor allem in Deutschland hatte sie eine große Fan-Gemeinde. Der Diva mit der roten Mähne gelangen zahlreiche Hits – bekannt wurde sie unter anderem für ihren Song „Hurra, wir leben noch“. Ihr erfolgreichstes Album in Deutschland war „Von Tag zu Tag“, es enthielt Songs des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis.

Aus einfachen Verhältnissen auf die große Bühne

Maria Ilva Biolcati kam aus kleinen Verhältnissen: Am 17. Juli 1939 kam sie als Tochter einer Schneiderin und eines Fischers in dem kleinen Ort Goro in der Region Emilia-Romagna an der Adriaküste zur Welt. Ihr Vater verlor seinen Besitz und das Mädchen Maria musste früh mitanpacken und Geld für die Familie verdienen.

Milva Mitte der 1960er Jahre

Sie zog nach Bologna, nahm an einem Gesangswettbewerb teil und erhielt eine Gesangs- und Schauspielausbildung. Dutzende Alben nahm sie auf,…