Die Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority redet nicht lange um die Fakten herum. Es muss Geld her, das durch den Pandemie-bedingten Rückgang der Tourismus-Einnahmen fehlt.

»Wir haben ein Budget von rund 25 Millionen Dollar für unseren Betrieb«, sagte Sprecher Tinashe Farawo dem US-Sender CNN: »Dieses Budget bessern wir zum Teil durch Jagdlizenzen auf. Und durch das Coronavirus ist der Tourismus praktisch zum Erliegen gekommen.« Deshalb habe man sich entschieden, demnächst die Rechte für den Abschuss von rund 500 Elefanten zu verkaufen.

Zu welchen Summen diese, bei Großwildjägern begehrten, Lizenzen verkauft werden, ist nicht bekannt. Die allermeisten Jäger dürften aber mittelfristig aus dem Ausland zum Abschuss der Säugetiere anreisen.

Bei Tierschützern sorgt die Ankündigung für Unverständnis. »Wir verurteilen die Trophäenjagd scharf«, sagte Simiso Mlevu, Sprecherin der Umweltschutz- und Menschenrechtsgruppe Center for Natural Resource Governance.

Die Jagd würde neue Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren provozieren, so ihr Argument. Gerade Elefanten könnten durchaus in Dörfern Schaden anrichten, wenn sie miterleben, dass Tiere aus ihrer Herde getötet werden.

Foto-Safaris statt Jagd-Ausflügen

Auch das mögliche Argument der Bestandsdezimierung zum Artenschutz will sie nicht gelten lassen: »Entgegen mancher Aussagen der Regierung hat das mit Schutzmaßnahmen nichts zu tun. Der motivierende Faktor ist Gier – und es nicht einmal immer klar, was mit dem Geld passiert. Es braucht umweltfreundlichere Maßnahmen, um zum Beispiel mit Foto-Safaris Einnahmen zu generieren.«

In Simbabwe gibt es mehr als 84.000 Elefanten. Im Herbst vergangenen Jahres hatte es Meldungen über den Tod von zahlreichen Tieren im Hwange National Park gegeben. Inzwischen gehen die Behörden davon aus, dass die Elefanten an einer bakteriellen Infektion gestorben sind.