Cellebrite
„Vom Laster gefallen“: Signal-Chef findet Hacker-Werkzeug für Regierungen und droht mit Rache

Der Chef der Messenger-App Signal nimmt sich Cellebrite zur Brust

© Rafael Henrique/ / Picture Alliance

von Malte Mansholt

22.04.2021, 17:05 Uhr

Die Firma Celebrite knackt iPhones für Behörden rund um die Welt. Die Technologie dahinter ist streng geheim. Jetzt hat der Chef des Messengers Signal unter skurrilen Umständen eines der Geräte in die Hände bekommen. Und droht nun mit einem Gegenangriff.

Vom Laster gefallen – so beschreibt man es gerne, wenn ein Gegenstand unter eher fragwürdigen Umständen in den eigenen Besitz gelangt ist. Dem Chef des Whatsapp-Konkurrenten Signal soll nun genau so ein Gerät in die Hände gelangt sein, das normalerweise sehr gut gehütet wird: Eine Hacking-Werkzeug des israelischen Unternehmens Cellebrite. Und dem dürfte das gar nicht gefallen. 

„Alles, was mit Cellebrite zusammenhängt, fängt damit an, ein Gerät physisch in der Hand zu halten“, erklärt Signal-CEO Moxie Marlinspike in einem Blogpost. Und meint damit, dass die Software der Firma nur dann funktioniert, wenn man Zugang zu dem Gerät hat, das man auslesen will. Etwa, indem die Polizei ein Smartphone beschlagnahmt. Aber auch andersherum ist es wahr: Die Vorgehensweise der Firma ist nur deshalb nachvollziehbar, weil Marlinspike sich selbst eine Cellebrite-Box besorgen konnte.

Vom Laster gefallen

Die soll unter recht merkwürdigen Umständen ihren Weg zu ihm gefunden haben. Er sei gerade spazieren gegangen, „als ich sah, wie ein kleines Paket von einem Laster vor mir fiel“, beschreibt er den „unglaublichen Zufall“. Erst durch das Firmenlogo habe er erkannt, dass ihm ausgerechnet die neueste Version der Cellebrite Software sowie ein Dongle zur Benutzung und „eine bizarr große Anzahl von Kabel-Adaptern“ vor die Füße gefallen sei, so…