Proteste in Russland
Kretschmer: Deutschland erwartet Nawalny-Behandlung

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer besucht Moskau und spricht mit Putin über den Fall Nawalny. Foto: Pawel Sosnowski/Sächsische Staatskanzlei/dpa

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Erneut sind in Russland landesweit Menschen für den Oppositionellen Nawalny auf die Straße gegangen. Deutschland pocht einmal mehr auf eine ärztliche Versorgung. Was sagt der Kreml dazu?

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer geht nach einem Telefonat mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin von einer Behandlung des Kremlkritikers Alexej Nawalny aus.

«Ich habe die Aussage bekommen, dass die medizinische Versorgung gewährleistet ist», sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch in der russischen Hauptstadt Moskau. Das sei die Erwartung von deutscher Seite. «Das ist ein Mindestmaß an humanitärer Unterstützung, die man jemanden zukommen lassen muss», sagte Kretschmer. Unterdessen teilte Nawalnys Team mit, dass der Oppositionelle zu Untersuchungen in ein Krankenhaus außerhalb des Straflagers gebracht worden sei.

Der Kreml hatte zuvor nach dem Telefonat schriftlich mitgeteilt, dass die Situation rund um den Oppositionellen, der seit mehr als drei Wochen im Hungerstreik ist, angesprochen worden sei. Am Mittwoch hatte es in Russland trotz Warnungen der Behörden landesweit erneut Demonstrationen zur Unterstützung des 44-Jährigen gegeben.

Laut dem Bürgerrechtsportal ovdinfo.org wurden bei den nicht genehmigten Protesten in fast 100 russischen Städten mehr als 1900 Menschen festgenommen, die allermeisten davon in St. Petersburg.

Menschenrechtler kritisierten danach willkürliche Festnahmen. Zwar habe es bei den Kundgebungen weniger Polizeigewalt gegeben als bei den Aktionen Anfang des Jahres, teilte die Organisation Human Rights Watch mit. «Doch das harte Vorgehen der…